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CD-Besprechung

Ch.-A. de Bériot

cpo 1 CD 777 167-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 15.11.06

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cpo 777 167-2

1 CD • 64min • 2004

Manchem Geiger mag der Name Charles-Auguste de Bériot noch vom Unterricht her geläufig sein, doch aus dem Konzertsaal sind die einst so populären Werke des belgischen Geigers und Komponisten (1802-1870), der als Begründer der franco-belgischen Violinschule gilt, schon lange verschwunden. cpo hat nun im Zuge seiner mit Karol Lipinski begonnenen Erkundung des Violinrepertoires des frühen 19. Jahrhunderts drei der zehn Konzerte von de Bériot ans Licht gebracht, die dieser, wie damals üblich, für den eigenen Gebrauch geschrieben hatte. Sie repräsentieren den Typus des romantischen Virtuosenkonzertes, weisen dabei ein erstaunliches Maß an fantasievoller Formgestaltung, harmonischen Feinheiten und instrumentatorischer Raffinesse auf. Neben Eleganz und technischer Bravour maß de Bériot einer einprägsamen, gefühlvollen Melodik wesentliche Bedeutung bei.

Die ausgewählten Konzerte sind von sehr verschiedenartigem Charakter. Vom lyrischen G-Dur-Konzert, dessen Sätze ohne Einschnitte ineinander übergehen, bleibt vor allem das elegische Andante tranquillo in Erinnerung. Um einiges dramatischer (und technisch anspruchsvoller) gibt sich das großangelegte dreisätzige h-Moll-Konzert mit einer ausdrucksvollen Romanze und einem temperamentvollen „Rondo russe“ als Abschluss. Formal am eigenwilligsten ist das einsätzige d-Moll-Konzert, das zudem mit verschiedenen effektvollen Spieltechniken brilliert.

Der Solist Laurent Albrecht Breuninger weiß sich mit ausgedehnten selbstverfassten Solokadenzen in Szene zu setzen. Sonst fehlt es ihm ein wenig an gestalterischem Profil, wirkt sein Spiel oft eng im Ton und gleichförmig im Vibrato. Auch die Orchesterbegleitung erscheint zu dick und schluckt gelegentlich Details des Soloparts. cpo gebührt das Verdienst der Wiederentdeckung; die Musik mit der ihr angemessenen Eleganz und Raffinesse zu präsentieren, bleibt kommenden Einspielungen vorbehalten.

Sixtus König † [15.11.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Ch.-A. de Bériot Violinkonzert Nr. 7 G-Dur op. 73
2 Violinkonzert Nr. 2 h-Moll op. 32
3 Violinkonzert Nr. 4 d-Moll op. 46

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Laurent Albrecht Breuninger Violine
Nordwestddeutsche Philharmonie Orchester
Frank Beermann Dirigent
 
777 167-2;0761203716722

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