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CD-Besprechung

J.S. Bach

Tönet, ihr Pauken

Weltliche Kantaten

J.S. Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 04.10.05

Klassik Heute
Empfehlung

harmonia mundi HMC 901860

1 CD • 56min • 2004

Als Bach 1723 seine Stellung als Hofkapellmeister in Köthen aufgab und seinen Dienst als Thomaskantor in Leipzig antrat, fiel ihm nach eigenem Eingeständnis gar nicht leicht, „aus einem Capellmeister ein Cantor zu werden“. Mit seiner neuen Wirkungsstätte übernahm Bach allerdings nicht nur das Regiment über das geistliche Musikleben, ihm fiel auch die Leitung des Collegium Musicum zu, das Georg Philipp Telemann 1701 als Student in Leipzig gegründet hatte. Für dieses Ensemble komponierte Bach weltliche Musik, die im Konzertsaal des Zimmermannschen Kaffeehauses aufgeführt wurde. Diese Konzerte waren Höhepunkte im Leipziger Kulturleben, sie gewannen besondere Bedeutung während der Messen, wenn die Stadt voll von auswärtigen Besuchern war und mit kulturellen Höchstleistungen repräsentieren wollte.

Auch in die Residenzstadt Dresden wurden vom Zimmermannschen Kaffeehaus Signale ausgesandt, daß innerhalb der Mauern Leipzigs ein Komponist wirkte, der dem sächsisch-polnischen Hof Ehre machen könnte: Die Aufführung der Huldigungskantate Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten anläßlich des Geburtstages der Kurfürstin Maria Josepha am 8. Dezember 1733 steht sicher im Zusammenhang mit Bachs intensiven Bemühungen, einen Posten am Dresdner Hof zu bekommen. Am 19. November 1736 war immerhin ein Erfolg erreicht: Bach wurde zum Königlich polnischen und kurfürstlich sächsischen Hofkompositeur ernannt.

Bach hat für die Huldigungsmusiken an die sächsisch-polnische Herrscherfamilie sein Bestes gegeben. Was lag also näher, als daß er diese für einen einmaligen Anlaß komponierte Musik auch für den Lobpreis des himmlischen Herrschers Jesus Christus verwendete? So eröffnet der Eingangschor Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten mit den Worten Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage im Weihnachtsoratorium die Kantate für den ersten Weihnachtstag. Durch die Verwendung für geistliche Zwecke adelte Bach weltliche Musik; niemals hat er die andere Richtung beschritten, ein ursprünglich als Kirchenmusik entstandenes Werk für weltliche Zwecke zu bearbeiten. Das wäre für den frommen Mann dann doch eine gar zu grobe Profanierung der religiösen Sphäre gewesen.

Phillippe Herreweghe weiß die Gemeinsamkeiten zwischen geistlicher und weltlicher Sphäre ebenso wirkungsvoll zu gestalten wie er die Unterschiede in Szene setzt. Die vorliegende CD ist ein eindrucksvoller Beweis für Bachs Selbstbewußtsein als Komponist, das der selbstsicheren Einschätzung Sachsens, das mit Dresden eine europäische Kulturmetropole ersten Ranges besaß, absolut ebenbürtig war. Darüber hinaus ist sie für jeden Freund der Alten Musik ein offenkundiges Vergnügen!

Detmar Huchting [04.10.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten BWV 207 (Kantate)
2 Tönet ihr Pauken! Erschallet Trompeten! BWV 214 (Dramma per musica. Glückwunschkantate zum Geburtstag der Königin am 8. Dezember 1733)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Carolyn Sampson Sopran
Ingeborg Danz Alt
Mark Padmore Tenor
Peter Kooy Bass
Collegium Vocale Gent Chor
Philippe Herreweghe Dirigent
 
HMC 901860;0794881782727

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