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CD-Besprechung

Hugo Wolf
Mörike-Lieder

Hugo Wolf<br />Mörike-Lieder

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 28.09.05

Klassik Heute
Empfehlung

harmonia mundi HMC 901882

1 CD • 64min • 2004

Dies ist bereits das fünfte Lied-Recital des jungen Münchner Tenors Werner Güra, der gleich mit seiner Debüt-CD, Schuberts Die schöne Müllerin Aufsehen erregt hat. Nach Schubert, Schumann und Brahms wagt er sich nun mit Hugo Wolfs Mörike-Liedern an eine neue, andersartige Herausforderung. Die insgesamt 53 Mörike-Vertonungen, die alle zwischen Februar und November 1888 entstanden sind, zählen zu den Höhepunkten in Wolfs lyrischem Œuvre mit seinen rund 300 Titeln. Hier sind Künstlerpersönlichkeit und musikalische Schaffensweise des Komponisten voll ausgereift, Originalität und Nuanciertheit dieser Lieder hat er später nicht mehr überboten. 23 dieser Mörike-Gesänge haben Werner Güra und Jan Schultsz ausgewählt, bieten einen repräsentativen Querschnitt durch die Verschiedenartigkeit der diversen Liedgruppen und -themen: die Anthologie umfasst Erlebnislyrik (Der Genesene an die Hoffnung, Verborgenheit), Nachtgesänge (In der Frühe), Liebeslieder (An die Geliebte, Peregrina I und II), musikalische Impressionen (Er ist’s, Im Frühling), Balladen (Der Feuerreiter), auch Humoristisches (Begegnung, Abschied). Einen ganz wesentlichen Beitrag zum vorzüglichen musikalischen Gesamteindruck dieser Anthologie leistet der Pianist Jan Schultsz. Ihm gelingt es mit feinem Gespür, die vielleicht wichtigste und heikelste Aufgabe eines Begleiters zu lösen: hörbar zu sein, ohne laut werden zu müssen, Präsenz zu zeigen, ohne penetrant zu werden. In Wolfs Liedern ist das Gleichgewicht von Singstimme und Klavier deutlich zugunsten des Klaviers verschoben, ja es überflügelt bisweilen sogar die Singstimme an Gewicht und Ausdruckskraft. Der Wolf’sche Klaviersatz ist nicht mehr bloß Stütze und Hintergrund, sondern Ort zentraler, formbestimmender musikalischer Vorgänge. Und der hier verlangte poetisch empfindende und gestaltende, oft wortführende Pianist ist Jan Schultsz in hohem Maße. Werner Güras gesangliche Stärken liegen weniger in einem außergewöhnlich schönen lyrischen Timbre als vielmehr in der Mitteilungslust, Spontaneität und Unmanieriertheit, mit der er sich diesen Liedern nähert. Hinzukommen eine vorzügliche artikulatorische Präzision, gesangstechnische Versiertheit, Musikalität des Vortrags und vor allem die Fähigkeit erzählen zu können. Seit seiner Einstands-CD hat sich Güra als Gestalter, als Vermittler, eben als Erzähler deutlich weiter entwickelt. Dieses Können zeigt er zumal in der schaurigen Ballade Der Feuerreiter und in humoristischen Kabinettstücken wie Abschied.

Kurt Malisch † [28.09.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Wolf Gebet (1888)
2 Fußreise (1888)
3 Er ist's (Frühling läßt sein blaues Band, 1888)
4 Im Frühling (1888)
5 Auf ein altes Bild (1888)
6 Der Genesende an die Hoffnung (1888)
7 Auf einer Wanderung (1888)
8 Zitronenfalter im April (1888)
9 Der Gärtner (1888)
10 Begegnung (1888)
11 Der Tambour (1888)
12 Jägerlied (1888)
13 Nimmersatte Liebe
14 In der Frühe (1888)
15 Denk' es, o Seele (1888)
16 An die Geliebte (1888)
17 Peregrina I (1888)
18 Peregrina II (1888)
19 Lebe wohl (1888)
20 Verborgenheit (1888)
21 Der Feuerreiter (1888)
22 Storchenbotschaft (1888)
23 Abschied (1888)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Werner Güra Tenor
Jan Schultsz Klavier
 
HMC 901882;0794881782826

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