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CD-Besprechung

Emmerich Smola

Höhepunkte und Raritäten

Mons Records MR 874 375

2 CD • 2h 06min • 1964-1987

29.06.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Dem gar nicht hoch genug einzuschätzenden Wirken des Dirigenten Emmerich Smola, der fast vierzig Jahre lang an der Spitze des Rundfunkorchesters Kaiserslautern stand, widmet der SWR in Verbindung mit dem Label Mons eine zwei CDs umfassende Hommage. Sie zeigt die ganze Bandbreite von Smolas Tätigkeit auf, denn der 1922 in Böhmen geborene, an der Prager Musikakademie ausgebildete Vollblutmusiker betätigte sich bis zu seiner Pensionierung 1987 – getreu seiner Maxime „Möglichst viel gute Musik für möglichst viele Menschen“ – nicht nur als Dirigent und Orchestererzieher, sondern ebenso als "Musik-Archäologe", dem es ein Herzensanliegen war, unbekannte oder in Vergessenheit geratene Werke ans Tageslicht zu fördern. So finden wir hier neben Walzern von Josef Strauß (Sphärenklänge und Perlen der Liebe), der Joyeuse marche von Chabrier, dem ersten Konzertwalzer von Glasunow oder der Kamarinskaja-Fantasie von Glinka Tänze von Dvorák, Smetana und Rimsky-Korsakoff, französische Leckerbissen wie Gounods Marionetten oder Cécile Chaminades Zingara, Raritäten des englischen Repertoires wie Frederick Delius Beim ersten Kuckucksruf im Frühling oder Percy Graingers Molly on the Shore und Exotisches wie die Suite Die sieben Schönheiten des aserbaidschanischen Komponisten Kara Karajew (1918-1982) – durchweg Titel, die in den sechziger und siebziger Jahren bei uns alles andere als geläufig waren. Sogar Béla Bartók (Ungarische Bilder) und Witold Lutoslawski (Kleine Suite) sind vertreten. All diese unter den Begriff der "leichten" Klassik fallende Musik, die die meisten großen Sinfonieorchester als unter ihrer Würde betrachteten und deshalb – wenn sie denn mussten – entsprechend lustlos und oberflächlich spielten, werden hier mit Hingabe und Feinschliff wiedergegeben. Das adelt auch die „gehobene U-Musik“ von Wal Berg und Fried Walter. Leider verzichtet das Booklet auf jeden Kommentar zu den Werken zugunsten eines ausführlichen Interviews mit Emmerich Smola. Die Klangqualität der Südwestfunk-Aufnahmen ist ausgezeichnet. So stellt das Album ein beredtes Plädoyer dar für die unverzichtbare Arbeit und das interessante Aufgabengebiet sogenannter B-Orchester, über denen heute allen – soweit sie nicht bereits „abgewickelt“ sind – das Damoklesschwert der Auflösung oder zumindest Fusionierung schwebt.

Sixtus König † [29.06.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Martin Fischer
1Spanische Fantasie
Josef Strauß
2Perlen der Liebe op. 39 (Walzer)
Béla Bartók
3Ein Abend am Land
4Hirtentanz
Antonín Dvořák
5Die Teufelskäthe op. 112 (Kate and the Devil, komische Oper in drei Akten; GA in tschechischer Sprache)
Nikolai Rimsky-Korssakoff
6Schneeflöckchen
Michael Glinka
7Kamarinskaya (Fantasie über zwei russische Volkslieder)
Cécile Louise Chaminade
8Zingara
Frédéric Delius
9Beim ersten Kuckucksruf im Frühling
Witold Lutoslawski
10Kleine Suite für Orchester
Wal Berg
11Mexikanische Rhapsodie
Alexis Emanuel Chabrier
12Joyeuse marche
Alexander Glasunow
13Konzertwalzer Nr. 1 D-Dur op. 47
Percy Grainger
14Molly on the shore
Bedřich Smetana
15Our Lassies (Polka)
Kara Karajew
16Die sieben Schönen
Charles Gounod
17Marionetten
Wal Berg
18Gopak
Hans-Willy Bergen
19Lustige Scholaren
Josef Strauß
20Sphärenklänge op. 235 (Walzer)
Fried Walter
21Der Torero und die Rose

Interpreten der Einspielung

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