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DVD-Video-Besprechung

New Year's Concert 2004 from the reopened Teatro La Fenice

TDK DV-NYC4V

1 DVD-Video • 59min • 2004

14.04.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Das aus der Asche wiederauferstandene venezianische Teatro La Fenice war der italienischen Fernsehgesellschaft RAI ein aufwendiges Neujahrskonzert wert, mit dessen Live-Übertragung sie am 1. Januar 2004 in unverblümte Konkurrenz zum traditionellen Neujahrsspektakel der Wiener Philharmoniker trat. Die Veranstaltung bildete den abschließenden Höhepunkt einer Reihe von Konzerten, mit denen das acht Jahre zuvor durch einen verheerenden Brand bis auf die Grundmauern vernichtete, traditionsreiche Opernhaus wiedereröffnet wurde. Der Film bietet Gelegenheit, die in minutiöser Arbeit detailgetreu wiederhergestellte Inneneinrichtung mit prächtigen Spiegeln, Lüstern, Marmor und vergoldeter Holzdekoration ausführlich zu bewundern.

Während die äußere Form des Konzerts dem Wiener Vorbild ähnelt, ist der Inhalt mit überwiegend orchestralen Highlights aus Opern von Rossini, Ponchielli und Verdi ganz nach italienischem Gusto. Von den Ouvertüren zur Diebischen Elster und zum Barbier von Sevilla reicht der Melodienreigen über den Tanz der Stunden bis zu Ballettmusiken aus Aida und Otello, dem Gefangenenchor aus Nabucco und dem Trinklied aus La Traviata. Neben Bildern von Dirigent, Orchester und Haus werden auch Impressionen von Canale Grande, Markusplatz und Seufzerbrücke (vom Schnellboot aus gefilmt und im Rossini-Rhythmus geschnitten) eingeblendet. Und auch das obligatorische Ballett darf nicht fehlen. Während man in Wien die Ballerinen durch Schloss Schönbrunn hasten lässt, schickt man in Venedig die spärlich bekleideten Tänzer auf die Isola di S. Giorgio, wo sie vor winterlichem Panorama ihre Pirouetten drehen, so dass sich der mitfühlende Betrachter eines leichten Fröstelns nicht erwehren kann. Dankbar erlebt man die Rückkehr ins behagliche Theater, und umso mehr geniesst man Lorin Maazels lustvolles Dirigieren, dem das recht jugendliche Orchester mit Hingabe und gehöriger Brillanz folgt. Auch Chor und Solisten sind gut aufgelegt und bestens dazu angetan, dem Anlass entsprechend Hochstimmung zu verbreiten. Wem das alles noch nicht reicht, dem serviert Maestro Maazel als Horsd’euvre zum musikalisch-optischen Festtagsschmaus Mascagnis Intermezzo sinfonico auf der Violine. Viva La Fenice!

Sixtus König † [14.04.2005]

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