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CD-Besprechung

Jacqueline du Pré
in Portrait

Jacqueline du Pré<br />in Portrait

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 26.01.05

Klassik Heute
Empfehlung

BBC Classics OA CN0902 D

1 DVD-Video • 2h 35min • [C 2004]

Jacqueline du Pré, die 1987 im Alter von zweiundvierzig Jahren verstorbene englische Cellistin, wäre in diesem Jahr sechzig Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veröffentlicht BBC/Opus Arte ein Portrait der unvergessenen Künstlerin mit zwei Filmen von Christopher Nupen, die hier erstmals auf DVD erscheinen, „Jacqueline du Pré und Elgars Cellokonzert“ und „The Ghost“, was sich auf Beethovens Geister-Trio bezieht. Der erste Film stellt jenes Werk in den Mittelpunkt, das wie kein anderes untrennbar mit dem Namen der jungen Cellistin verknüpft ist. Die Tatsache ist umso erstaunlicher, als es sich bei Elgars Konzert um ein reifes Spätwerk, den ganz persönlichen, melancholischen Schwanengesang des großen Komponisten handelt. Jacqueline du Pré spielte das Werk erstmals im Alter von 17 Jahren mit einer Tiefe und Autorität, die schon damals unübertrefflich schien und die auch die im Film komplett wiedergegebene legendäre Aufführung mit dem New Philharmonia Orchestra unter Daniel Barenboim von 1967 kennzeichnet. Während ihrer nur zehn Jahre dauernden Karriere, aber auch in den folgenden Jahren, in denen sie trotz fortschreitender Multipler Sklerose mit Enthusiasmus ihre Unterrichtstätigkeit ausübte, bildete das Elgar-Konzert das Herzstück ihres Repertoires. Rund um dieses Stück rankt sich das Porträt der außergewöhnlichen Künstlerin, berührt Kindheit, frühe Entdeckung ihres Talents, Studium, Hochzeit mit Daniel Barenboim, Konzerte und Tourneen, aber auch die letzten Jahre, in denen die Erkrankung öffentliche Auftritte unmöglich machte. Eingeflochten sind Interviews mit den Eltern oder dem Dirigenten Sir John Barbirolli und kostbares Archivmaterial, das die Cellistin im Duett mit ihrem Lehrer William Pleeth oder am Klavier – begleitet von ihrer Mutter oder ihrem Ehemann – zeigt.

Der zweite – im Gegensatz zum ersten farbige – Film enthält eine fesselnde Aufzeichnung von Beethovens Klaviertrio op. 70 Nr. 1 aus dem Jahr 1970 mit Pinchas Zukerman und Daniel Barenboim. Geniale Kameraführung und geschickte Schnitte machen die Kommunikativität von du Prés Spiel im Zusammenwirken mit den Partnern lebendig erfahrbar. Christopher Nupens Musikfilme gehören zum Besten, was auf diesem Gebiet angeboten wird. Er nähert sich seinem Gegenstand mit Intelligenz, Sensibilität und – gerade in diesem Fall – mit uneingeschränkter Bewunderung, die der Betrachter ohne Zögern zu teilen bereit ist.

Sixtus König † [26.01.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Elgar Violoncellokonzert e-Moll op. 85
2 L.v. Beethoven Klaviertrio Nr. 5 D-Dur op. 70 Nr. 1 (Geistertrio)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jacqueline du Pré Violoncello
Daniel Barenboim Klavier und Leitung
Pinchas Zukerman Violine
New York Philharmonic Orchester
John Barbirolli Dirigent
 
OA CN0902 D;0809478009023

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