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CD-Besprechung

P.M. Dubois

Hungaroton 1 CD HCD 32269

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 14.02.05

Hungaroton HCD 32269

1 CD • 79min • 2004

Hungaroton ist immer gut für Entdeckungen abseits des gängigen Repertoires! Gergely Ittzés stellt Pierre Max Dubois’ Kammermusik mit Flöte in den Mittelpunkt seiner neuesten CD. Den Besetzungsvariationen sind dabei schier keine Grenzen gesetzt: Flöte allein, zwei Flöten, mit Klavier, mit Orchester und – als besonderer Clou: zwei Piccolos mit zwei Tuben!

Die Musik des Franzosen steht ganz in der Tradition seines Lehrmeisters Milhaud und führt die besten Eigenschaften der Groupe des Six fort. Seine sympathischen, instrumentengerechten Kompositionen sind stets tadellos gearbeitet, selten philosophisch tiefschürfend, immer aber angenehm zu hören und mit einem Schuß Humor versehen. Ich erachte es durchaus als Kunst, so wie Dubois Musik zu schreiben, die der Musiker gerne zur Hand nimmt, sie gerne übt, spielt und präsentiert. Zwar gehören sie einer aussterbenden Spezies an, aber noch gibt es sie, die letzten Einhörner unter den Komponisten, die gute Musik auch ohne Rechenbrett schreiben, die dankbare Interpreten und (sogar junge!) Hörer finden, abseits aller Diktate, Moden und Zwänge (auch Harald Genzmer – in diesen Tagen sechsundneunzig geworden – ist so einer!). Natürlich ist längst nicht alles bei Dubois “große Kunst” und erhebt auch gar nicht den Anspruch darauf, dies zu sein. Manches Figurenwerk etwa wirkt inkohärent und stereotyp. Trotzdem, man hört gerne zu, läßt sich unterhalten, staunt ob der halsbrecherischen Akrobatik einiger Passagen, genießt den postimpressionistischen Klangzauber und hält sich den Bauch vor Lachen über den köstlichen, slapstickhaften Humor des Mini-Quartetts (für zwei Piccolo-Flöten und zwei Tuben). Kurzweilig ist Dubois’ Musik allemal. Gergely Ittzés und seine Mitstreiter tun ihr Bestes dazu: Ittzés’ perlende Virtuosität, sein schöner, substanzreicher Ton und die hörbare Spielfreude aller Beteiligten lassen diese Platte zu einer gelungenen Hommage an den 1995 verstorbenen Komponisten werden. Buchen wir schlußendlich die zuweilen unfreiwillig komische, holprige deutsche Übersetzung im Textheft unter der Kategorie “Unterhaltsames” ab…

Heinz Braun [14.02.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P.M. Dubois Sonate für Flöte und Klavier
2 Quartett für Flöte
3 Noveletten für Flöte und Klavier
4 La piccolette für Piccoloflöte und Klavier
5 Mini-Quatuor
6 Incantation et Danse für Flöte solo
7 Pop-Variations für Flöte und Klavier
8 Berceuse et Rondo capriccioso
9 Concerto für Flöte

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gergely Ittzés Flöte
Alex Szilasi Klavier
TeTraVersi Flötenquartett Flötenquartett
Zsuzsanna Ittzés Piccoloflöte
Roland Szentpáli Tuba
Sándor Papp Tuba
Solti Chamber Orchestra Kammerorchester
Ferenc Gábor Dirigent
 
HCD 32269;5991813226921

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