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CD-Besprechung

Concerti d'amore

Concerti d’amore

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 15.11.04

Klassik Heute
Empfehlung

Accent ACC 24151

1 CD • 57min • 2004

Wie schon mit den „Baroque Oboe Concertos“ (Accent 22156) legt Marcel Ponseele nun mit den „Concerti d’amore“ eine CD vor, die zu den schönsten Produktionen von Barockmusik überhaupt gehören. Die Schönheit betrifft zunächst das Klangbild: Ponseele hat ohnehin einen ungemein warmen, runden und sinnlichen Oboenton, der nun durch die Oboe d’amore noch elegischer wird; seine Mitstreiter stammen aus der belgisch-niederländischen Schule, der es seit jeher weniger um Brillanz als um die klangliche Charakteristik der Instrumente geht, was im philosophischen Sinne wieder auf die Schönheit zurückführt. Damit verbunden ist aber auch eine ganz bestimmte Geisteshaltung der Interpreten, die nicht sich, sondern die Musik ins Zentrum ihres Schaffens stellen. Allenthalben ist eine liebevolle Hingabe zu spüren, die den Stücken auf den Grund geht und Einzelheiten nachspürt, ohne die Integrität des Ganzen anzutasten.

Telemanns relativ oft gespieltes Konzert für Flöte, Oboe d’amore und Viola d’amore erhält dadurch eine ganz neue Atmosphäre, der Dialog der besonderen Instrumente eine neue Dimension. Das Pendant hierzu findet sich in Graupners Konzert für eine ähnliche Besetzung (die Flöte ist hier durch einen Flauto d’amore ersetzt, was das Klangbild noch geheimnisvoller macht), während in Vivaldis Konzert für Viola d’amore die Perspektive bezeichnend anders als bei den deutschen Komponisten ist: Das Instrument tritt nicht in den Dienst der Aussage, sondern die Aussage ist (gerade mit ihren ständigen Wiederholungen in einer anderen Tonlage) so zurechtgeschnitten, daß sie die Besonderheiten des Instruments (hier: die Möglichkeiten zum akkordischen Spiel) optimal vorführt.

François Fernandez und Ryo Terakado, die beiden Meisterschüler Sigiswald Kuijkens, lassen als alternierende Solisten mit ihrem punktgenauen, aber unprätentiösen Spiel vergessen, vor welche Schwierigkeiten die vielsaitige Viola d’amore den Spieler stellt. Jan De Winne ist auf der Flöte bzw. dem Flauto d’amore Marcel Ponseele ein kongenialer Partner, wie auch das Ensemble Il Gardinello jede Bewegung der Solisten wie in einem Atemzuge mitmacht. An dieser wunderbaren Aufnahme kann man sich nicht satthören.

Dr. Matthias Hengelbrock [15.11.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.Ph. Telemann Konzert E-Dur TWV 53:E1 für Flöte, Oboe d'amore, Viola d'amore, Streicher und B.c.
2 Concerto A-Dur TWV 51:A12 für Oboe d'amore, Streicher und basso continuo
3 A. Vivaldi Concerto D-Dur RV 392 für Viola d'amore, Streicher und basso continuo
4 Chr. Graupner Concerto G-Dur GWV 392 für flauto d'amore, Oboe d'amore, Viola d'amore, Streicher und basso continuo

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Il Gardinello Ensemble
Marcel Ponseele Leitung
 
ACC 24151;4015023241510

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