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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

BIS 1398

1 CD/SACD stereo/surround • 77min • 2002, 2003

03.11.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Haben die Göteborgs Symfoniker schon bei den Eröffnungstakten eher an den Anfang der fünften Sinfonie von Carl Nielsen als an Tschaikowskys Erste gedacht? Das Orchester und sein erfahrener Dirigent treiben dem Werk jedenfalls schwermütige „Russizismen“ gründlich aus. Entschlackt, leicht und farbig, mit fein ziselierter Phrasierung bringt Järvi diese Winterträume heraus. Frische Tempi unterstreichen die Motorik der Streicherfigurationen und rücken die Sinfonie auch in dieser Hinsicht in die Nähe von Sibelius. Die Durchhörbarkeit ist unter den gegebenen Umständen (amerikanische Orchesteraufstellung) sehr gut, auch wenn man wieder einmal die Dialoge der Violingruppen nicht als solche wahrnimmt. Dies irritierte bereits in der Neueinspielung der Pathetique in gleicher Besetzung, die übrigens in der zerrissenen Aufteilung des Finalthemas den Nachweis dafür erbringt, daß auch Tschaikowsky mit der traditionellen antiphonalen Gegenüberstellung der Geigen rechnete. Der Gesamtklang der Produktion stellt die Streicher leicht in den Vordergrund. Man kann allerdings dankbar sein, dass Tschaikowsky zumindest in den ersten drei Sätzen auf das schwere Blech verzichtet hat: In den Tutti des Finales ist es den Holzbläser fast unmöglich, klanglich wahrgenommen zu werden . Besonders mitreißend gelingen Järvi und seinem fulminant aufspielenden Orchester die virtuosen Passagen, speziell das Finale der Sinfonie und die Allegro-Passagen von Romeo und Julia (in der revidierten Endfassung). Diese Fantasieouvertüre nach Shakespeare (Tr. 9) zeigt aber wie auch der langsame Satz der Sinfonie (Tr. 2) deutlich, was man bei Neeme Järvi oft am ehesten vermißt – weiten Atem in langsamen Passagen und den Mut, den hörbar zurückgehaltenen Leidenschaften dann die Zügel fahren zu lassen, wenn es wirklich darauf ankommt. Die stärksten Momente der CD – beispielsweise das berückende zweite Thema in der Schneeflöckchen-Suite – kommen insofern eher aus der Komposition selbst, nicht aus deren Realisierung. So fehlt mir auch in dieser an sich hoch willkommenen Neueinspielung das berühmte „letzte Quentchen“.

Dr. Benjamin G. Cohrs [03.11.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Peter Tschaikowsky
1Sinfonie Nr. 1 g-Moll op. 13 (Winterträume)
2Schneeflöckchen op. 12
3Romeo und Julia (Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare) – Andante non tanto quasi moderato

Interpreten der Einspielung

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