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CD-Besprechung

Plainte calme

Plainte calme

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 22.10.04

Klassik Heute
Empfehlung

ECM 472 400-2

1 CD • 80min • 2002

Schon zu Beginn, wenn Alexander Lonquich mit einem Impromptu Gabriel Faurés in eine lichte, durchsichtige, dabei keineswegs unkörperliche Welt des gleichsam vorimpressionistischen Klavierzaubers entführt, vermeint man neue, ungeahnte Musik und Musikbebilderung zu erleben, als hätte Lonquich unter dem Motto „Plainte calme“ ein neues Klang- und Erlebensbuch französischer Musiker aufgeschlagen. So erlebt man Ravels Gaspard de la nuit in der unfassbar klaren, dabei sinnlichen, wenn nötig auch tobenden Darstellung des Pianisten als Quasi-Uraufführung, als Enthüllung des Bekannten, als neue Definition des Vertrauten. Lonquich hat in seinem ersten ECM-Soloprogramm – weitere sollen folgen – nicht einfach französische Werke kombiniert, sondern Faurés gleitende, aquarellhafte, geistvolle Impromptus und die wundersamen, farb-philosophischen frühen Messiaen-Préludes zu einer Suite des lernenden und lehrenden Durchmessens inszeniert. Neben der letzten Zimerman-Einspielung (Rachmaninoff/DG) und der Prokofieff/Ravel-CD mit dem Duo Pletnev-Argerich (DG) rangiert Lonquichs Leistung für mein Empfinden an oberster Stelle aller Klavieraufnahmen der letzten Monate, ja Jahre.

Sicher hat es sich für den Künstler gelohnt, nach seinen zahlreichen Duo-Aufnahmen mit dem Geiger Frank-Peter Zimmermann (EMI), nach wenigen Solo-Einspielungen für seine damalige Hausfirma und etwas später für ein italienisches Label, zu warten, bis seine musikalische Entwicklung reif war für neue Veröffentlichungen. Einige Jahre hat Lonquich sich nicht mehr mit Aufnahmen an die Öffentlichkeit begeben, sich unterdessen auf verschiedensten Gebieten der Folklore, der musikalischen Theatralik, des Gesprächskonzerts, der Kammermusik, der Pädagogik und der musikliterarischen „Archäologie“ betätigt, was sich in den ungewöhnlichsten Werkkonstellationen auch in seinen Soloabenden ausgewirkt hat. Die Früchte solcher Zurückhaltung einerseits und schier manischer Neugier andererseits scheinen Eins zu Eins in diese „gallische“ CD eingegangen zu sein.

Vergleichsaufnahmen: Fauré: Volodat (Naxos 8.553740); Messiaen: Hashimoto (Live Notes WWCC-7324), Hewitt (Hyperion CDA 67054); Reuthe (Bella Musica BM 31.2391); Ravel: Zacharias (EMI 557029 2); Argerich (EMI 557101-2)

Peter Cossé [22.10.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Fauré Impromptu Nr. 3 As-Dur op. 34
2 O. Messiaen Préludes pour piano
3 G. Fauré Impromptu Nr. 1 Es-Dur op. 25
4 Impromptu Nr. 4 Des-Dur op. 91 (1905)
5 Impromptu Nr. 2 f-Moll op. 31
6 M. Ravel Gaspard de la nuit
7 G. Fauré Impromptu Nr. 5 fis-Moll op. 102

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Alexander Lonquich Klavier
 
472 400-2;0028947240020

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