Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

harmonia mundi HMC 901816

1 CD • 69min • 2003

18.06.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Gute Aufnahmen von Haydns Cellokonzerten gibt es genug, doch Jean-Guihen Queyras und dem Freiburger Barockorchester gelingt es tatsächlich, noch einen interpretatorischen Fortschritt zu erzielen. Nicht, daß hier künstlich ein neues Licht auf die Noten geworfen würde, im Gegenteil: Die Musiker beherzigen nur konsequent das, was schon längst über den Stil den 18. Jahrhunderts gepredigt wird. Zum Beispiel die paarige Artikulation: Daß vier Achtel niemals gleich gespielt werden sollen, daß vielmehr wie beim Sprechen immer schwere und leichte Silben einander abwechseln müssen, dies gehört zu den Standardaussagen jedweder historisch informierten Aufführungspraxis. Indes hat man es bei Haydns Cellokonzerten noch nie so deutlich und überzeugend gehört wie hier, wo die Orchesterbegleitung ungemein nuancenreich und sensibel ausfällt. Sehr sorgfältig werden Ziel- und Schlußnoten gestaltet, feinste Schattierungen weist die Dynamik des gesamten Klangapparates auf, freilich immer im Dienste der Musik und gewissermaßen als mitdenkende Begleitung des Solisten. Hinzu kommt eine sehr besonnene Tempowahl, die beweist, daß gefaßte Tempi bei entsprechender Detailgestaltung durchaus lebendiger wirken können als irgendwelche Geschwindigkeitsrekorde. Der Rezensent bekennt, das Freiburger Barockorchester in der Vergangenheit des öfteren wegen zu hoher Aggressivität kritisiert zu haben; um so weniger zögert er, den Wandel des interpretatorischen Ansatzes in höchsten Tönen zu loben und festzustellen, selten einen so charmanten Haydn gehört zu haben.

Der überaus erfreuliche Gesamteindruck ist selbstverständlich auch Jean-Guihen Queyras zu verdanken, der seine fabelhafte Technik nicht eitel in den Vordergrund stellt, sondern dazu nutzt, mit einem sehr verbindlichen Ton den Facettenreichtum dieser Musik zur Geltung zu bringen. Als Zugabe spielt er „das“ Cellokonzert von Georg Matthias Monn (1717-1750), zweifellos eines der besten Stücke aus der Zeit vor Haydn und Kennern sicherlich bereits von reinen Monn-CDs (erschienen bei cpo und bei Virgin) bekannt, nun aber auf der vorliegenden CD in der besten Interpretation und in der attraktivsten Kombination erhältlich.

Dr. Matthias Hengelbrock [18.06.2004]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Haydn
1Konzert C-Dur Hob. VIIb:1 für Violoncello und Orchester
2Violoncellokonzert Nr. 2 D-Dur Hob. VIIb:2
Matthias Georg Monn
3Violoncellokonzert g-Moll

Interpreten der Einspielung

Vorherige ⬌ nächste Rezension

21.06.2004
»zur Besprechung«

Death & Devotion / Channel Classics
"Death & Devotion / Channel Classics"

18.06.2004
»zur Besprechung«

 / dacapo
" / dacapo"

Das könnte Sie auch interessieren

17.04.2019
»zur Besprechung«

Haydn Vivaldi, Cello Concertos / Avie
"Haydn Vivaldi, Cello Concertos / Avie"

04.12.2014
»zur Besprechung«

Moments of Youth / Ars Produktion
"Moments of Youth / Ars Produktion"

18.03.2011
»zur Besprechung«

Johann Gottlieb Graun • Carl Heinrich Graun, Concerti / cpo
"Johann Gottlieb Graun • Carl Heinrich Graun, Concerti / cpo"

21.08.2009
»zur Besprechung«

 / Genuin
" / Genuin"

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige