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CD-Besprechung

F. Bridge

Hyperion 1 CD CDA67426

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 23.04.04

Klassik Heute
Empfehlung

Hyperion CDA67426

1 CD • 66min • 2003

Diese Neuproduktion mit Kammermusik von Frank Bridge (1879–1941) ist eine Offenbarung. Die kraftvollen, phantasiereichen und originellen Werke zeigen einmal mehr, warum Benjamin Britten von seinem früheren Kompositionslehrer zeitlebens viel hielt. Das Streichquintett e-Moll ist ein Geniestreich des 22jährigen, der damals noch als hochbegabter Stipendiat bei Charles Villiers Stanford am Royal College of Music studierte. Im gleichen Jahr –1901– hatte Bridge für sein B-Dur-Streichquartett den Arthur Sullivan Preis erhalten. Es ist vollkommen unverständlich, dass so hochrangigen Werken heute so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ähnlich wie die frühe Kammermusik von Vaughan Williams (Hyperion CDA 67381/2) oder Cyril Scott (Dutton CDLX 7116) widerlegen auch diese Werke die Behauptung, es sei um die Jahrhundertwende in England bestenfalls epigonale Musik kontinentaler Meister komponiert worden. Eine Entdeckung ist auch das von Booklet-Autor und Bridge-Forscher Paul Hindmarsh herausgegebene Lament, das Bridge 1912 für den Bratscher Lionel Tertis komponierte – ein knapp zehnminütiges Adagio für zwei Bratschen, die mit zahlreichen Doppelgriffen so kunstvoll gesetzt sind, dass sie klingen wie ein Quartett.

Höhepunkt der CD ist jedoch das eröffnende Streichsextett Es-Dur (1906–12). Schon im Kopfsatz besticht Bridge durch eine originelle Sonatenkonstruktion, die in der Reprise die Themen in umgekehrter Reihenfolge erklingen und die Hauptthemen-Wiederkehr mit der Coda zusammenfallen lässt (ähnlich wie im Finale der siebten Sinfonie Bruckners). Dieses warm durchglühte, ausdrucksvolle Werk gehört zum Besten, was in der britischen Kammermusik bislang hervorgebracht wurde.

Das Raphael-Ensemble ist mit größter Leidenschaft bei der Sache und bleibt den Kostbarkeiten nichts schuldig. Besonders gefällt mir an dieser Kammermusik-Formation immer wieder der geschmackvoll-diskrete Umgang mit dem Vibrato, das Atmen und Vorwärtsschwingen größerer Zusammenhänge und die fantasievolle Auslotung von immer neuen Farbnuancen. Die CD ist ein Muss für Kammermusik-Freunde.

Dr. Benjamin G. Cohrs [23.04.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Bridge Streichsextett Es-Dur (1913)
2 Lament für 2 Bratschen
3 Streichquintett e-Moll

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
The Raphael Ensemble Ensemble
 
CDA67426;0034571174266

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