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CD-Besprechung

cpo 999 982-2

1 CD • 61min • 2003

12.05.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Johann Georg Pisendel (1687–1755) war Konzertmeister der seinerzeit in ganz Europa berühmten Dresdner Hofkapelle und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts fraglos einer der besten deutschen Geiger. Vivaldi schrieb mehrere sehr virtuose Konzerte für ihn; umgekehrt bearbeitete Pisendel einige Streicherwerke des Venezianers, um die legendären Dresdner Bläser zur Geltung kommen zu lassen.

Im Zeitalter des Barock gab es die Trennung zwischen produzierendem Komponisten und reproduzierendem Interpreten nicht. Jeder Komponist spielte seine Werke selbst oder leitete zumindest deren Aufführung; umgekehrt wurde von jedem Solisten erwartet, daß er auch komponieren konnte, seien es die Verzierungen und Kadenzen zu Stücken aus fremder Hand, seien es Werke eigenen Ingeniums. Von diesem Anspruch war selbstverständlich auch Pisendel nicht ausgenommen. Bislang kannte man von ihm allerdings nur sieben Violinkonzerte, fünf weitere Orchesterwerke, zwei Sonaten für Violine und Basso continuo sowie eine unbegleitete Solosonate, doch im Zuge einer erneuten Erforschung des Bestandes der Sächsischen Landesbibliothek treten immer mehr anonyme oder mit Sicherheit falsch zugewiesene Kompositionen zutage, als deren wahrer Urheber aus stilistischen Gründen vor allem Pisendel in Frage kommt – auf der vorliegende CD sind dies die Sonaten in c-Moll und in g-Moll.

Erwartungsgemäß handelt es sich um sehr virtuose Stücke, und Anton Steck geht sie mit großer Verve und noch größerem Selbstbewußtsein an. Allein, in seinem Elan greift er manchmal etwas daneben, und mehr noch als solche Intonationstrübungen stört Stecks durchweg aggressiver Tonfall. Seine Bogentechnik ist stärker vom Ideal des 19. als von dem des 18. Jahrhunderts geprägt, und gerade in der unbegleitete Solosonate a-Moll kommt man erst nach genauerem Hinhören auf die Idee, daß hier auf einer Barockgeige gespielt wird. Einen deutlich besseren Eindruck hinterläßt Christian Rieger mit seiner lebendigen, aber bei allem Selbstbewußtsein nicht penetranten Cembalobegleitung. Insgesamt macht diese Produktion also deutlich, daß zu Pisendel das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, daß es sich aber lohnt, in seiner Musik mehr als nur Geigenakrobatik zu suchen.

Dr. Matthias Hengelbrock [12.05.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Georg Pisendel
1Violinsonate D-Dur
2Sonate a-Moll für Violine solo
3Violinsonate e-Moll
4Violinsonate c-Moll
5Violinsonate g-Moll

Interpreten der Einspielung

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