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CD-Besprechung

Supraphon SU 3714-2

1 CD • 70min • 2003

02.04.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

In den letzten Jahren sind zumeist ältere, „historische“ Aufnahmen mit dem tschechischen Pianisten Ivan Moravec in den Handel gekommen. Eine neuere Supraphon-Einspielung mit den beiden Brahms-Konzerten unter Belohlavek ist mir leider nicht verfügbar. Um so mehr gilt es jetzt, diesen verdienstvollen, im internationalen Betrieb stets zurückhaltend agierenden Musiker zu würdigen. Denn die im Januar und September des vergangenen Jahres entstandenen Beethoven-, Franck- und Ravel-Interpretationen zeigen einen Klaviermeister im Herbst seiner Karriere, der nicht nur in allen Lagen seine Finger zu bewegen und zu setzen versteht. Moravec wirkt in diesen späten Mitteilungen entschiedener, origineller als in seinen früheren Dokumenten, die mir ein hohes Maß an Respekt abverlangten, denen ich mich jedoch nur zuzuwenden mochte, wenn sie in der alltäglichen Arbeit unumgänglich waren. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, etwa Moravec’ Aufnahme der Chopin-Balladen einem interessierten Gast vorzuspielen. Hier nun, wenn Moravec unter der wirklich umsichtigen, intelligenten Leitung von Jiri Belohlavek die leisen, die lieblichen, im folgenden sentimentalen Akkorde und Skalen des G-Dur-Konzerts von Beethoven – mit ganz eigenen Temporückungen – intoniert, dann handelt es sich um gestalterische Planungen und Inventionen, die im Moment des Hörens aufhorchen lassen – und in Erinnerung bleiben.

Moravec’ Deutung der Franckschen Variationen ist daseinsfreudiger als die jüngst auf DVD erschienene, hochdepressive Version mit Vater und Sohn Cziffra (EMI DVA 4906819). Aber auch Moravec weiß der eleganten Larmoyanz der Franckschen Themen in stereotypen Streicheltönen zu huldigen, ehe das Geschehen gegen Ende leichtgeschürzt, gleichsam in „Moulin Rouge“-Atmosphäre in die Bereiche des Delikaten verlagert wird. Mit dem Ravel-Konzert belegt Moravec ehrliches Bemühen, sich in einer Fremdsprache sittsam, ohne „Versprecher“ zu artikulieren, aber hier fehlt es doch ein wenig an Spritzigkeit, an Turbulenz, abgefeimter Brillanz und Überraschungseffekten (sofern man an Aufnahmen mit Martha Argerich/DG, Zimerman/DG oder Benedetti Michelangeli/EMI denkt).

Peter Cossé † [02.04.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
César Franck
2Sinfonische Variationen für Klavier und Orchester
Maurice Ravel
3Konzert G-Dur für Klavier und Orchester

Interpreten der Einspielung

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