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CD-Besprechung

S. Veress

Hungaroton 1 CD HCD32118

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 11.06.04

Hungaroton HCD32118

1 CD • 52min • 2002

Sándor Veress (1907-1992) zählt zu Recht zu den bedeutendsten ungarischen Komponisten der Generation nach Bartók. Er selbst war Schüler Zoltán Kodálys und wie dieser ein leidenschaftlicher Pädagoge und Sammler der Folklore seiner Heimat. Zu seinen wohl prominentesten Schülern zählen György Ligeti und György Kurtág. Von 1949 bis zu seinem Tode lebte Veress in der Schweiz. Sein Stil verleugnet – besonders in der frühen und mittleren Schaffensperiode – die Lehrmeister Kodály und Bartók nicht und ist von deutlich ungarischer Idiomatik. Seinen Spätstil hingegen kennzeichnet eine sehr individuelle Zwölftonchromatik. Leider ist die Musik von Sándor Veress in deutschen Konzertsälen nach wie vor nur wenig präsent. Verdient hätte sie es gewiß, daran läßt die vorliegende CD des Budapester Labels keinen Zweifel. Und für alle, die mehr über Veress erfahren wollen: Das Internet bietet eine liebevoll gemachte Seite mit umfangreichen Informationen zu Leben und Werk (www.veress.net).

Die Aufnahme demonstriert die stilistische Bandbreite des Komponisten: Als Premiere die erste Symphonie von 1940, ein in weiten Teilen polyphon gearbeitetes, straffes, lebendiges Stück mit einem lyrischen Mittelsatz (mit herrlich schwebenden Instrumentalsoli) und einem mitreißenden Finale. In den nur wenig später entstandenen Siebenbürger Tänzen, einem der Erfolgsstücke des Komponisten, greift er nicht etwa auf originales Material zurück, sondern schafft eigene, an die Folklore Siebenbürgens angelehnte Melodien. Das 1982 vollendete Klarinetten-konzert schließlich ist der späten Schaffensphase zuzuordnen. In seiner Klangsprache weit abstrakter als die beiden Stücke aus den Vierziger Jahren ist es doch eine unmittelbar zugängliche Musik – stets transparent, filigran und überraschend. Ein sehr persönliches Werk, das trotz seiner Zwölftönigkeit immer noch den ungarischen Duktus durchscheinen läßt – eine wunderbare, sehr gelungene Synthese, wie ich finde.

Der Solist, László Horváth, gehört zu den prominentesten ungarischen Klarinettisten der Gegenwart und erweist sich als engagierter und feinsinniger Anwalt der Musik seines Landsmannes. Etwas mehr Schwung und rhythmische Verve hätte man sich bei den Siebenbürger Tänzen gewünscht, in denen das – ansonsten vorzüglich spielende Savaria Symphony Orchester – ein wenig hinter den Erwartungen zurück bleibt. Weniger überzeugend ist die Tontechnik der Einspielung, die den Klang des Orchesters etwas diffus und nicht transparent genug eingefangen hat. Dennoch: Eine überaus verdienstvolle Edition mit Musik eines großen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Empfehlenswert!

Heinz Braun [11.06.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 S. Veress Sinfonie Nr. 1 (Prima Sinfonia, 1940)
2 Quattro danze transilvane (1944)
3 Klarinettenkonzert (1981/1982)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
László Horváth Klarinette
Savaria Symphony Orchestra Orchester
Tamás Pál Dirigent
 
HCD32118;5991813211828

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