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CD-Besprechung

R. Schumann

Tudor 1 CD 7105

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 4

Besprechung: 12.02.04

Tudor 7105

1 CD • 56min • 2001

Klassik häppchenweise! Was von vielen Konzert- und Kammermusikfreunden an der Programmgestaltung öffentlich-rechtlicher Kultursender im Hörfunk zur Zeit heftig kritisiert wird (Leserbriefe in der FAZ zu einer vielbeachteten Glosse „Trallala“), findet nun auch in der an mageren Umsätzen knappsenden Phonoindustrie ein redaktionelles Pendant: die Aufdröselung von Originalwerken zu Kostproben ausgewählter Einzelsätze in Arrangements für gänzlich andere Klänge und Besetzungen. Unabhängig von der zumeist tadellosen Wiedergabe solcher Selektionen und Adaptionen durch renommierte Interpreten verraten solche Meisterporträts und Komponisten-„Potpourris“ mehr oder weniger deutlich den Hang zum Publikumsfang nach dem Motto „Das Schönste von ...“ – mit Schnäppchencharakter.

So hat sich nach dem Solo-Oboisten der Berliner Philharmonikern Albrecht Mayer (CD „Lieder ohne Worte“ nach J. S. Bach bei der Deutschen Grammophongesellschaft) nun auch sein Klarinettenkollege mit einer Schumann-Auslese in die diskophile Öffentlichkeit begeben. Technisch brillant, schön und gut zwar, aber eben doch mit dem Hautgout eines groben Mangels an Authentizität: Robert Schumann, wie sich der Komponist seine Musik eben nicht vorgestellt hatte (mit Ausnahme der oft und gern gehörten Klarinetten-Fantasiestücke op.73, hier als CD-Schlußlicht Track 14-16). Die romantisch geblasenen und von der Pianisten Karina Wisniewska gefühlvoll begleiteten Liedverfremdungen (Track 5-10) erklärt uns die Beiheft-Autorin Anette Unger so: "Stets zeigt Schumann auf, daß die Sprache ohne die Musik nur unvollkommenes Ausdrucksmedium bleibt". Offensichtlich war dies der Grund, hier auf die Worte Eichendorffs, Chamissos, Rückerts und Heines verzichten zu können. Will man sich damit im Zeitalter der Globalisierung gar von den Fesseln der Textverständlichkeit befreien? Wie auch immer, darf man als Ergänzung zu den immer häufiger praktizierten Klangfarbenspielereien demnächst vielleicht die Vorführung von Originalkompositionen für die Klarinette durch einen Hornbläser oder Fagottisten erwarten? Flöte und Trompete hatten wir ja schon.

Dr. Gerhard Pätzig [12.02.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Schumann Drei Romanzen op. 94 (1849)
2 Romanze Fis-Dur op. 28 Nr. 2
3 In der Fremde op. 39 Nr. 1
4 Stille Tränen op. 35 Nr. 10
5 Er, der Herrlichste von allen op. 42 Nr. 2
6 Die Lotosblume op. 25 Nr. 7
7 Widmung op. 25 Nr. 1
8 Im wunderschönen Monat Mai op. 48 Nr. 1 (aus: Dichterliebe)
9 Langsam op. 102 Nr. 2 (1849 - aus: Fünf Stücke im Volkston op. 102)
10 Nicht schnell, mit viel Ton zu spielen op. 102 Nr. 3 für (1849; aus: Fünf Stücke im Volkston op. 102)
11 Fantasie C-Dur op. 17
12 Drei Fantasiestücke op. 73 für Violoncello und Klavier

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Karl Heinz Steffens Klarinette
Karina Wisniewska Klavier
 
7105;7619911071059

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