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CD-Besprechung

Teldec 8573 87630-2

1 CD • 68min • 2001

06.02.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Dieser live-Mitschnitt von Dvorák-Werken vom Oktober 2001 ist eine Glanzleistung. Das beginnt schon mit der Aufnahmetechnik: Wer das Amsterdamer Concertgebouw kennt, wird mir beipflichten, daß man nur äußerst selten eine CD hört, bei der die natürliche, live erlebte Charakteristik eines Konzertraums so kongenial in der Aufnahme eingefangen wirkt wie in dieser Produktion – ein höchst verdientes Kompliment also an Michael Brammann vom Teldex Studio Berlin. Nikolaus Harnoncourt zeigt hier einmal mehr, daß er – unbeachtet aller Etikettierungen als Originalklang-Guru – vor allem auch eine feurig-leidenschaftliche, beseelte Musikanten-Persönlichkeit ist. Das paßt kongenial mit dem böhmischen Naturell in den Werken Dvoráks zusammen. Wer sich im Bereich der Aufführungspraxis auskennt, wird sich an der vorzüglichen Durchhörbarkeit der Instrumentierung erfreuen, die sich durch die im 19. Jahrhundert übliche Orchesteraufstellung mit Violinen links-rechts, die Reduzierung des Streicher-Vibratos und die Beredheit der Phrasierung ergibt. Kenner merken auch, daß Harnoncourt durchaus um die Eigenarten des tschechischen Musizierens weiß, etwa, wenn er die Hörner ermutigt, Soli mit Vibrato zu spielen.

Vor allem jedoch fegt einen als Hörer die hier zutage tretende Begeisterung schlicht weg, so mitreißend und ansteckend wird hier musiziert. Die Tutti sind leidenschaftlich und bewegt, doch zugleich ist die Grundhaltung des Miteinander-Musizierens von Aimard, Harnoncourt und dem Orchester kammermusikalisch – als ob das gesamte Orchester nurmehr Partner des Pianisten in einem Werk wäre, das in vielerlei Hinsicht eigentlich ein instrumentiertes Klavierquintett darstellt. Aimard macht endlich einmal nicht – wie etwa Frantz oder Richter – den Fehler, das Stück zu einem Virtuosenkonzert aufzumotzen. In diesem Ansatz kommt er vor allem Rudolf Firkusny nahe (z. Zt. erhältlich auf Brillant Classics, 99763/1), der sich allerdings für manche Passage weniger Zeit nahm und nicht über die enorm subtile Schattierungskunst des Franzosen verfügte. Die Beigabe des 'Goldenen Spinnrads' folgt der Umsetzung eines Konzeptes, einigen Einzelveröffentlichungen von Dvorak-Werken unter Harnoncourt eine der vier Tondichtungen nach Erben beizugeben. Besonders zu seinem Recht kommt dieser Zyklus, der vielleicht den Vaterland-Zyklus von Smetana noch übertrifft, allerdings erst auf der jüngst ebenfalls bei Teldec erschienenen Gesamteinspielung unter Harnoncourt. Bleibt zu hoffen, daß der Dirigent seinen Einsatz für den trotz der Popularität einiger weniger Werke weitgehend unbekannten Komponisten mit weiteren Produktionen fortsetzt - vielleicht einmal die frühen Sinfonien?

Dr. Benjamin G. Cohrs [06.02.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonín Dvořák
1Konzert g-Moll op. 33 für Klavier und Orchester
2Das goldene Spinnrad op. 109 (Sinfonische Dichtung)

Interpreten der Einspielung

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