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CD-Besprechung

Music for Saxophone and Orchestra

Music for Saxophone and Orchestra

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 07.11.02

Naxos 8.557063

1 CD • 71min • 2002

Endlich wieder eine Würdigung klassischer Saxophonvirtuosität, die auch dem E-Musikfreund – es gibt sie, diese "Schublade"! – allen Respekt abverlangt. Theodore Kerkezos, ausgebildet in Athen, Bordeaux und Paris, inzwischen selber einer Athener Saxophon-Hochschulklasse vorstehend und international konzertierend mit entsprechenden Meisterkursen, brilliert in allen Facetten seiner bläserischen Gestaltungsfähigkeiten. Den keineswegs angegrauten Standards der traditionellen Saxophonliteratur kommt das exzellent zugute, die durch einen aktuellen Beitrag der Komponistin Ekaterini Karamessini (* 1967) hier noch eine Bereicherung erfahren.

Fast zuviel des Guten also, um alles in wenigen Zeilen gebührend zu würdigen und zu bewundern. Das sind nicht nur die Kapriolen in Iberts Concertino oder das "Très Animé"-Stakkatofeuerwerk im Beitrag von Villa-Lobos, ganz zu schweigen von dem ekstatischen Höhepunkt in dem tumultuösen, treffend charakterisierten Tanzritual des erst im März 2002 entstandenen Song of Dionysus. Daß sich die Vielseitigkeit des Solisten auch in den sanften Partien beim flimmernden Farbenspiel eines Debussy bewährt oder in Milhauds Blues-geschwängertem Modéré-Satz, dient allenfalls zur Bestätigung des Ganzen. Da hat es selbst das prominente Orchester nicht immer leicht, alle ziselierenden Feinheiten plastisch nachzuzeichnen. So etwa die kontrapunktischen Dialogeffekte im Werk Glasunows oder das akustisch in den Hintergrund geratene Temperament der mit Spitzenkräften besetzten Perkussionsgruppe im Braziliera-Satz von Milhauds Scaramouche-Suite.

Daß das Orchester wirklich der Anweisung Iberts gefolgt ist, die Anzahl der Streicher auf ein mageres Quintett zu reduzieren, erscheint ebensowenig glaubhaft wie der gedruckte Hinweis auf die "Originalversion" von Debussys Saxophon-Rhapsodie: natürlich handelt es sich um die gängige, hier um zwei Takte (das ist neu) erweiterte, posthume Orchestrierung von Jean Roger-Ducasse (1919). Das positive Gesamtergebnis bleibt davon unberührt.

Dr. Gerhard Pätzig [07.11.2002]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Debussy Rhapsodie L 104 für Saxophon und Orchester
2 D. Milhaud Scaramouche op. 165c für Saxophon und Orchester (Suite)
3 J. Ibert Concertino da camera für Altsaxophon und Orchester
4 H. Villa-Lobos Fantasie op. 630 für Sopransaxophon, 3 Hörner und Streicher
5 A. Glasunow Konzert Es-Dur op. 109 für Altsaxophon und Streichorchester (1934)
6 E. Karamessini Konzert für Saxophon und Orchester (Song of Dionysus)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Theodore Kerkezos Saxophon
Philharmonia Orchestra London Orchester
Martyn Brabbins Dirigent
 
8.557063;0747313206322

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