Der Rezensent muss eingestehen, die aus Rumänien stammende, aber seit langem in Frankreich tätige Pianistin Dana Ciocarlie (Jahrgang 1968) bislang übersehen zu haben, obwohl sie bereits vor einigen Jahren eine Gesamtaufnahme der Schumann-Klavierwerke vorgelegt hat, die durchwegs sehr positive Resonanz erhielt. Auf demselben Label (la dolce volta) erschien nun eine CD mit gemischten Programm: Musik, die vorwiegend auf rumänischer Volksmusik basiert. Ausgangspunkt bildet ein Spiel mit dem Namen der Künstlerin: Ciocârlie bedeutet im Rumänischen „Lerche“, und als solche porträtiert sie laut liebevollem Booklet-Interview mit ihrer Cousine quasi im Überflug verschiedene Landschaften der alten Heimat.
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.
Bregenzer Festspiele 2026: Richtfest "La traviata"
Premiere auf der Seebühne ist am 22. Juli 2026
Der überimensionale Spiegel für die Inszenierung der Oper "La traviata", Foto: Bregenzer Festspiele, Anja Koehler
Imposant ragt er aus dem Bodensee: der riesige, zerborstene Spiegel, der den Hintergrund für Damiano Michielettos Inszenierung von La traviata bildet. Für das außergewöhnliche Bühnenbild des Opernklassikers von Giuseppe Verdi, der erstmals bei den Bregenzer Festspielen zu sehen sein wird, zeichnet Paolo Fantin verantwortlich. Premiere auf der Seebühne ist am 22. Juli 2026. [11.04.2026]
18 Premieren in Oper und Ballett sowie 20 Wiederaufnahmen
Oper Zürich, Foto: Andrin Fretz
Die Saison 2026/27 des Opernhauses Zürich steht im Zeichen dreier Leitmotive: Magie - als Transformation des Unsichtbaren. Abgründe - als Ausdruck existenzieller und gesellschaftlicher Konflikte. Sowie Ungesehenes - in neuen ästhetischen Zugriffen auf das Repertoire. Das Opernhaus Zürich unter seinem Intendanten Matthias Schulz begreift Oper und Ballett als verdichtete Gesamtkunstwerke, in denen Musik und Text, Bild und Narration zu einer intensiven ästhetischen Erfahrung verschmelzen. [11.04.2026]
Levy Sekgapane übernimmt die Partie des Nemorino in "L'elisir d'amore"
Levy Sekgapane, Foto: Krtal Karaedik
In den Vorstellungen von Donizettis L’elisir d’amore am 19., 21. und 24. April 2026 an der Bayerischen Staatsoper übernimmt Levy Sekgapane die Partie des Nemorino anstelle von Bekhzod Davronov. Levy Sekgapane, geboren in Kroonstad (Südafrika), studierte Gesang am South African College of Music der Universität Kapstadt. Während des Studiums wirkte er an verschiedenen Opernaufführungen in Südafrika mit, u. a. in La bohème, The Rake’s Progress und Les Contes d’Hoffmann. In der Spielzeit 2015/16 war er Mitglied im Jungen Ensemble der Semperoper Dresden. [11.04.2026]
Sir Simon Rattle zu Gast in der Philharmonie Essen
Konzert mit dem Chamber Orchestra of Europe am 23. April 2026
Sir Simon Rattle, Foto: Johann Sebastian Hanel
Sir Simon Rattle hat die Musikwelt in den vergangenen Jahrzenten geprägt – als Chef der Berliner Philharmoniker, des London Symphony Orchestra und aktuell des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Eine enge Verbindung pflegt der aus Liverpool stammende Pultstar überdies mit dem Chamber Orchestra of Europe, mit dem er am Donnerstag, 23. April 2026, um 19:00 Uhr in der Philharmonie Essen zu Gast sein wird. Seit 2020 ist Rattle Ehrenmitglied des Klangkörpers, der 1980 gegründet wurde und in London beheimatet ist. [10.04.2026]
Auch das Jahr 2025 hat wieder zahlreiche empfehlenswerte Einspielungen hervorgebracht. Alle "CDs der Woche" und alle "Klassik Heute-Empfehlungen" finden Sie aufgelistet unter dem Menüpunkt "Medien -> Empfehlungen". Außerdem haben wir wieder eine Best of-Liste mit 30 Einspielungen des Jahres 2024 zusammengestellt, die unsere Rezensenten persönlich ganz besonders beeindruckt haben - besser geht's nicht!
Hans Winterberg
complete piano sonatas Jonathan Powell
eda records 1 CD 054
Der kürzlich mit nur 56 Jahren verstorbene britische Pianist Jonathan Powell hat sich zuletzt ausgiebig der Klaviermusik des noch immer weit unterschätzten, aus Prag stammenden Hans Winterberg (1901–1991) gewidmet. Die virtuos-vielschichtige Aufnahme von dessen fünf Sonaten – die letzten drei als Ersteinspielung – bringt nun deren Relevanz für die Entwicklung der Gattung in Tschechien im 20. Jahrhundert endlich voll zur Geltung.
Am 11. April vor 110 Jahren wurde der argentinische Komponist Alberto Evaristo Ginastera in Buenos Aires geboren. Nach seinem Studium am Konservatorium in Buenos Aires leitete er das von ihm gegründete Konservatorium von La Plata. Bis 1962 unterrichtete er an der Kunst- und Musikfakultät der Katholischen Universität von Buenos Aires, danach am Centro Latinoamericano de Altos Estudios Musicales (CLAEM). 1965 wurde Ginastera in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 1971 übersiedelte er in die Schweiz nach Genf.
Joseph Lanner gilt neben Johann Strauß (Vater) als „Vater des Wiener Walzers“. Mit seinen Werken – Ländler, Galoppe, Potpourris, Tänze, Märsche und Walzer – gab er der Zeit der Wiener k. u. k. Monarchie im 19. Jahrhundert eine entscheidende musikalische Prägung, die in Johann Strauß (Sohn) ihren Höhepunkt fand. Dabei hatte Lanner gar keine reguläre musikalische Ausbildung genossen, sondern seine musikalischen Fähigkeiten weitgehend autodidaktisch entwickelt. Er wurde am 12. April in Oberdöbling bei Wien geboren. Seine musikalische Laufbahn begann erst nach einer Ausbildung zum Graveur. Er hatte Geige gelernt und spielte mit 12 Jahren im Orchester seines Lehrers. Hier lernte er Johann Strauß sen. kennen. Beide blieben lebenslang Freunde, aber auch Konkurrenten.
Wie waren die Götter der frühen Musikwissenschaft im 19. Jahrhundert doch darüber entsetzt, dass die ignoranten Leipziger die „modischen Vielschreiber“ Georg Philipp Telemann und Christoph Graupner wesentlich lieber mit dem Thomaskantorat betraut hätten, als den einzigartig genialen Johann Sebastian Bach.
Viola Blache (Sopran)
Franz Vitzthum (Altus)
Daniel Schreiber (Tenor)
Dominik Wörner (Bass)
Barockorchester Mannheimer Hofkapelle
Florian Heyerick (Leitung)
dass Hans Pfitzner, der Komponist der Oper "Palestrina", 115 klavierbegleitete Lieder geschrieben hat, davon allein 19 auf Texte von Joseph von Eichendorff?
„...“
Die Musik ist die Waise, deren Vater und Mutter keiner nennen kann. Und vielleicht ist es, daß gerade in dem Geheimnisvollen ihres Ursprungs der Reiz ihrer Schönheit liegt.