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CD-Besprechung

Bernhard Romberg

Cello Concertos 4 & 6, Rondo Capriccioso op. 69

cpo 555 356-2

1 CD • 73min • 2020

23.09.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Bernhard Romberg – der Namen wird den wenigsten bekannt sein und wenn, dann wohl eher am Rande und nicht selten im Kontext einer Beethoven-Biographie. Ausgesprochen gerne wird Romberg vor allem als Beethoven-Zeitgenosse gesehen, der in dessen jungen Jahren mit ihm gemeinsam in der Bonner Hofkapelle musizierte. Dabei war der Cellist Romberg gar kein großer Beethoven-Anhänger, bezeichnete seine Werke teils als unspielbar und – so sagt es zumindest eine Anekdote – lehnte dankend ab, als Beethoven ihm anbot, ein Cellokonzert für ihn zu schreiben. Das wollte Romberg sich lieber selbst auf den Leib und in die Finger komponieren – soviel also zu der Frage, warum es von Beethoven kein Cellokonzert gibt… Tatsächlich verkörperte Bernhard Romberg ein Paradebeispiel für die Verbindung des Komponierens und Spielens in Personalunion: Bereits in jungen Jahren war er gemeinsam mit seinem die Violine spielenden Cousin Andreas als Wunderkind unterwegs. Auf das Engagement in der Münsterschen Hofkapelle folgte der Aufenthalt in der kurkölnischen Hofkapelle in Bonn, wo die beiden unter anderem mit Beethoven als Bratschist auch ein festes Streichquartett bildeten. Später wechselten die beiden nach Hamburg – erst hier trennten sich dann die Wege, da Bernhard Romberg lieber reisen denn sich niederlassen wollte. War er damals ein gefeierter Virtuose und Komponist, so ist er heutzutage immer noch vor allem bei Cellisten bekannt, da seine Werke für diese zum festen Repertoire gehören und auch instrumentengeschichtlich von großem Interesse sind.

Vergessenes aus Beethovens Zeit

Welche ungehörten Schätze da noch schlummern, zeigt nun die Aufnahme des britischen Cellisten Raphael Wallfisch gemeinsam mit den London Mozart Players. Auf der bei cpo erschienenen CD erklingen die beiden Cellokonzerte Nr. 4 und Nr. 6. Ersteres entstand in der Endphase von Rombergs Zeit als Lehrer am Pariser Konservatorium, letzteres, das auch den Beinamen „Concerto militaire“ trägt, entstand in St. Petersburg. Hört man die CD, so fällt es leicht, die Superlative der Rezensenten nach der Uraufführung zu verstehen. Tatsächlich ist Rombergs Musik hochvirtuos, was Wallfisch begleitet von den London Mozart Players auch mühelos und gut ausbalanciert umsetzt. Das Ensemble, das sich 1949 gegründet hatte, um vor allem die Werke Mozarts und Haydns auf die Bühne zu bringen, zeigt hier, dass es auch ein hervorragender Partner für die Musik der nächsten Generation ist. Wallfisch tritt hier nicht nur als Cellist, sondern auch als Ensembleleiter in Erscheinung. Seine technische Sicherheit zeigt sich bereits ab dem Kopfsatz des vierten Cellokonzerts. Lediglich an der ein oder anderen Stelle in einer sehr hohen Lage lässt die Intonation etwas zu wünschen übrig. Auch die beiden langsamen Mittelsätze gestaltet er virtuos und ausdrucksstark. Einen klanglich hübschen Kontrast bietet der Abschluss der Aufnahme, das Rondo Capriccioso op. 69. In der Besetzung für Violoncello und Streichquartett klingt er wesentlich intimer und transparenter als der Rest der CD. In weiten Teilen ein gelungenes Plädoyer für die Musik Bernhard Rombergs, wenn auch die Intonation teils kritisch ist.

Verena Düren [23.09.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Bernhard Heinrich Romberg
1Violoncellokonzert Nr. 4 e-Moll op. 7 00:29:18
4Violoncellokonzert Nr. 6 F-Dur op. 31 00:31:04
7Rondo Capriccioso F-Dur op. 69 00:12:04

Interpreten der Einspielung

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