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CD-Besprechung

Helios and The Planets

Mythos

Gateway music 190317000371

1 CD • 62min • 2020

26.06.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Ein schöner Brauch im öffentlichen Rundfunk Dänemarks: Als erstes Musikstück im neuen Jahr erklingt traditionsgemäß Carl Nielsens Helios-Ouvertüre aus dem Jahr 1903: Aufsteigende Motivik, ein beständiges Crescendo und leuchtend aufblühende Orchesterfarben illustrieren – ohne erklärende Worte nachvollziehbar – die elementare Kraft eines mächtigen Sonnenaufgangs. Nielssen hatte 1903 seine nordeuropäische Heimat verlassen und war vom südlichen Licht Griechenlands geblendet und vor allem dadurch stark inspiriert.

Kosmische Reise

Bjarke Mogensen und Rasmus Schjærff Kjøller kommen ebenfalls aus Dänemark und bilden als erkundungsfreudige Akkordeonvirtuosen das vielgefragte Duo Mythos. Mit klanglichen und dynamischen Möglichkeiten überreich gesegnet, weitet sich das Spektrum noch einmal, wenn gleich zwei Akkordeons miteinander dialogisieren, oder sich, wie im Falle des aktuellen CD-Albums dieses Duos, auf „kosmische“ Reise begeben. Denn auf Carl Nielsens „Sonnen-Ouvertüre“ folgt jene, zwischen 1914 und 1916 entstandene Suite The Planets des Briten Gustav Holst über die Planeten des Sonnensystems. Nielsens sinfonische Sprache ist spätromantisch-koloriert, blickt aber beachtlich weit in die Zukunft, wenn sie Elemente späterer Filmmusik vorweg nimmt. Hier schreibt der britische Komponist jedem Planeten eine spezifische Charaktereigenschaft auf den Leib, eben so, wie antike Mythologie und Astrologie mit den Himmelskörpern in Zwiesprache geraten. So verleihen motorisch-dramatische Ausbrüche dem Kriegsgott Mars denkbar aufrührerische Charaktereigenschaften. Dafür lädt die Venus zum Verweilen in einer friedlich-anmutigen Klangumgebung ein, während Merkur, als unermüdlicher Götterbote zum forschen, rasant ausfigurierten Ritt herausfordert.

Filigrane Transparenz

Die beiden Akkordeons verleihen dieser Komposition, die normalerweise aus leuchtenden Orchesterfarben ihre Wirkung schöpft, eine neue, durchaus aufgeräumtere und gerade durch diese moderne Besetzung betont zeitlos wirkende Diktion, auch wenn damit nicht immer der ganzen Vielgestalt eines Orchesters mit seinen Instrumenten entsprochen werden kann. Dafür entfaltet sich, vor allem in den zahlreichen polyphonen Passagen, eine erfrischend filigrane Transparenz, was der raffinierten Tonarchitektur des Komponisten nicht minder gut zu Gesicht steht. Überhaupt gelingt es dem Duo, jedem einzelnen der Stücke ein ganz eigenes Gepräge zu verleihen.

Jupiter bekommt hier seinen majestätischen Gestus, wie es seinem strahlenden Ruf entspricht. Das Stück über den Saturn atmet eine ruhende Aura der Abgeklärtheit, was sich bei Uranus und Neptun noch weiter meditativ steigert. Hat der Komponist etwa den entlegendsten neunten Himmelskörper des Sonnensystems, den Zwergplaneten Pluto vergessen? Wohl kaum: Der wurde erst im Jahr 1930, also 14 Jahre nach dem Entstehen dieser Komposition entdeckt.

Stefan Pieper [26.06.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Carl Nielsen
1Helios op. 17 (Ouvertüre für Orchester) 00:10:25
Gustav Holst
2Die Planeten op. 32 00:52:06

Interpreten der Einspielung

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