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CD-Besprechung

Danse Macabre

Duo Minerva

Duo Minerva 9008798309610

1 CD • 43min • [P] 2020

22.03.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Das Akkordeon und die Klarinette könnten von ihrer Technik her nicht unterschiedlicher sein – aber eines verbindet diese ungleichen Instrumente: Der Tonumfang ist riesig, die dynamischen und expressiven Potenziale kennen schier keine Grenzen, ebenso wie die Kontexte, Kulturen, Traditionen und Epochen, in denen Klarinette und Akkordeon vorkommen. Warum also nicht mal etwas gemeinsam machen, dachten sich wohl auch die Tiroler Klarinettistin Johanna Gossner und der Vorarlberger Akkordeonist Damian Keller, als sie im Herbst 2016 das Duo Minerva gründeten. Auf vielen Konzerten haben sie ihrem Publikum bewiesen, das die Chemie stimmt – ihre Debüt-CD „Danse Macabre“ kann in pure Begeisterung versetzen.

Bravourstücke - neu gehört

Wenn die beiden scheinbar Vertrautes überhaupt nicht akademisch neu „interpretieren“, sondern einfach mit ganzer Seele ungebremst losspielen, erfrischt dies Emotionen und Geist. Mehr noch: In Bravourstücken wie Béla Bartoks Rumänischen Tänzen, dem exotisch-leidenschaftlichen Danse Macabre von Camille Saint-Saëns, aber auch so mancher Repertoire-Entdeckungen zeigen Johanna Gossner und Damian Keller, was in den Noten steckt, wenn man dies nur zur Entfaltung bringt. Klug weiß Johanna Gossner die Klangregister in einem denkbar weiten Spektrum auszudifferenzieren. Basstöne lassen den Rhythmus pulsieren, während das Melos befreit atmet. Das wirkt mal exotisch und meist sehnsuchtsvoll und vereint sich gekonnt mit den silbrig glänzenden Linien des Akkordeons.

Wie orchestral, regelrecht sinfonisch Damian Keller sein Akkordeon aufspielen lässt, zeigt sich nicht zuletzt zu Beginn des Danse Macabre von Camille Saint-Saëns, bevor beide Instrumente in sinnlichem Wettstreit zum Tanz aufspielen.

Kompositionen von Enrique Granados, die sonst vor allem in der Gitarrenfraktion für ihren Klangsinn geschätzt sind, steht die zupackend-beherzte Interaktion des Duo Minvera ebenfalls gut zu Gesicht. Eine singende Klarinette und ein rhythmisch atmendes Akkordeon ist auch für so manche verblüffende Erkenntnis gut: Was für ein begnadeter Tangokomponist war Igor Strawinsky!

Entdeckungen

Das CD-Debüt bleibt nicht bei Neu-Interpretationen stehen, sondern wartet auch mit charmanten Repertoire-Entdeckungen auf: Etwa das tänzerisch-beschwingte Traditional Paul's Steeple. Kulturelle Grundlagenforschung leistet, wer sich im deutschsprachigen Raum der eigenen Volksmusik zuwendet: In dieser Hinsicht wirkt Herbert Pixners „Ländler“ wie eine in sinnlicher Agogik ausgebreitete Liebeserklärung. Aber die musikantische Abenteuerlust des österreischen Duos ist damit noch lange nicht erschöpft: Die Klezmer-Adaption Dancing with the Rabbi mit schrillem Aufschreien der Klarinette, einem schwindelerregend groovenden Akkordeon nebst assistierender Rhythmusgruppe ist ein Freudenfest für sich!

Stefan Pieper [22.03.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Béla Bartók
16 Romanian Folk Dances Sz 56 for Piano 00:01:08
26 Romanian Folk Dances Sz 56 for Piano 00:00:45
36 Romanian Folk Dances Sz 56 for Piano 00:01:16
46 Romanian Folk Dances Sz 56 for Piano 00:01:41
56 Romanian Folk Dances Sz 56 for Piano 00:00:34
66 Romanian Folk Dances Sz 56 for Piano 00:00:58
Camille Saint-Saëns
7Danse macabre op. 40 00:06:50
Enrique Granados
8Galante op. 37 No. 1 00:02:17
9Oriental op. 37 No. 2 00:03:53
10Andaluza op. 37 No. 5 00:03:12
Igor Strawinsky
11Tango for Piano (1940) 00:03:01
trad.
12Paul's Steeple 00:03:56
Hubert Giraud
13Sous le ciel de Paris 00:03:05
trad.
14Dancing with the Rabbi 00:04:30
Herbert Pixner
15Diplomlandler 00:03:32
Julius Fucik
16Einzug der Gladiatoren op. 68 00:02:03

Interpreten der Einspielung

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