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CD-Besprechung

Charles-Valentin Alkan

Concerto pour Piano Seul

Avi-music 8553104

1 CD • 73min • 2018

04.12.2019

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Schaghajegh Nosratis Album mit Klaviermusik von Charles Valentin Alkan ist ein idealer Einsteiger für die, die den liebenswert-exzentrisch-genialen Komponisten noch nicht kennen. Dessen Musik, deren eher mittlerer Bekanntheitsgrad nicht zuletzt ihrer teils teuflischen Schwierigkeit geschuldet ist, verdient es in höchstem Maße, gehört zu werden. Neben Höchstschwierigkeiten in seinem Œuvre gibt es auch einige etwas eingängigere Kompositionen – man muss ja nicht gleich bei den absolut anspruchsvollsten Werken den Anfang machen. Diesen Weg verfolgt Schaghajegh Nosrati, in deren Einspielung man einen Kurs in „Alkan-lieben-lernen“ im Schnelldurchlauf erlebt: Die acht ausgewählten Miniaturen aus der Sammlung der exquisiten 49 Esquisses op. 63 bereiten die Ohren vor auf das was kommt. Hier herrscht leichte, feine Musik vor, die immer wieder an Fauré, Liszt, und – insbesondere aber aufgepeppten, manchmal romantisierten – Chopin erinnert. Hie und da blitzt der Witz einer Scarlatti-Sonate durch.

Dazwischen gesprenkelt finden sich zwei Études. Insbesondere die bewusst so benannte und von Mme. Nosrati auch so gespielte Étude alla barbaro deutet schon auf Größeres, Wilderes in der Folge hin. Das soll auch kommen, nämlich in Form einer der Monsterkompositionen von Alkan: seinem Concerto pour piano seul. (Wie die Symphonie pour piano seul eigentlich ein Ausschnitt aus seinen 12 Etüden in allen Moll-Tonarten, op. 39.) Höchste Ansprüche an die Ausführenden, die alleine am ersten Satz (gleichbedeutend der 8. Etüde) eine halbe Stunde (!) zu spielen haben. Wer auf die dicht-schwarze Partitur schaut, dem kullern erstmal die Augen. Undankbar nur, dass nichts so schwer klingt wie es ist. Das liegt aber auch an Nosrati, die sich über alle Hürden hinwegsetztend, durch das Allegro assai arbeitet und die musikalische, nicht die sportliche Seite, offenlegen will. Entsprechend setzt sie keine Geschwindigkeitsrekorde, wohl aber einen für Musikalität. Die knallharte, alle dynamischen Grenzen auslotende Einspielung des technisch begnadeten Hamelin (der sich seinen Ruf mit Alkan und Godowski-Aufnahmen aufgebaut hat) ist demonstrativ beeindruckender, freier und freundlicher spielt aber Nosrati.

Die Aufnahme aus der Jesus-Christus Kirche ist hervorragend ausbalanciert; nicht schwammig und auch nicht hart wie ein gekachelter Saal (wie etwa auf der Aufnahme der 12 Alkan Etüden von Paul Wee, BIS). Wer hier erst Alkan entdeckt, wird um die Hyperion-Aufnahmen von Stephen Osborne und Marc-André Hamelin nicht herumkommen. Wer Alkan schon entdeckt hat, wird wiederum nicht auf diese Aufnahme verzichten wollen.

Jens F. Laurson [04.12.2019]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Charles Valentin Alkan
1La Vision op. 63 Nr. 1 00:02:49
2Le Staccatissimo op. 63 Nr. 2 00:01:12
3En Songe op. 63 Nr. 48 00:01:31
4Toccatina op. 75 00:02:02
5Début de quatuor op. 63 Nr. 31 00:01:07
6Notturnino-Innamorato op. 63 Nr. 43 00:01:24
7Étude alla barbaro WoO 00:03:03
8Petit Air. Genre Ancien op. 63 Nr. 26 00:00:50
9Les Soupirs op. 63 Nr. 11 00:02:15
10Barcarollette op. 63 Nr. 12 00:01:25
11Concerto pour Piano Seul op. 39 Nr. 8-10 (Douze études dans tous les tons mineurs) 00:55:08

Interpreten der Einspielung

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