Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

Juris Karlsons

Oremus - Sacred Choral Works

Ondine ODE 1342-2

1 CD • 66min • 2014, 2018, 2019

30.10.2019

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Die Bevölkerung des Baltikums soll ein sangesfreudiges Völkchen sein, so wird es gemeinhin kolportiert. Kein Wunder also, dass auch die Chorkultur dort weit verbreitet und auf einem hohen Niveau angesiedelt ist. Nicht zuletzt haben zahlreiche Komponisten aus diesen Ländern den Ruf des baltischen Chorwesens begründet, Arvo Pärt etwa, oder Pēteris Vasks und Erkki-Sven Tüür. Auch der lettische Komponist Juris Karlsons ist ein Vertreter dieser Tradition, wenngleich er im „Westen“ längst nicht so bekannt ist, wie manche seiner Kollegen. Der Lettische Radiochor hat unter der Leitung von Sigvards Kļava nun Musik von Karlsons eingespielt, die mit den typischen Ingredienzien baltischer Chormusik ausgestattet ist. Mystisch angehauchte Klangwelten zeichnen diese Musik ebenso aus wie eine Betonung flächiger Klangstrukturen gegenüber polyphonen Gefügen. Seine Wirkung verfehlt das nicht: der Sog, den diese Musik entfalten kann, ist enorm, die ihr innewohnende transzendente Kraft auch.

Das trifft auch auf Karlsons Musik zu, Oremus etwa, ein a capella Stück, das wie aus dem Nichts erwächst und nach stark rhythmisch akzentuierten Passagen wieder ins vokale Kontinuum entschwindet. Oder die Sinfonie Adoratio: mit mystischer Verklärung entfaltet sich zu Beginn eine Klangfläche, die in ein vielschichtig pulsierendes Stimmengeflecht übergeht und nach einer höchst dramatischen Episode wieder im Nichts verebbt. Das entbehrt, wie auch bei den anderen auf dieser CD zu hörenden Werken, nicht einer gewissen Suggestivität.

Der Lettische Radiochor singt diese Musik mit stimmlicher Perfektion. Er verfügt über eine riesige dynamische Bandbreite, die von Karlsons mitunter auch in den Extrembereichen der menschlichen Stimme gefordert wird, intonatorische Raffinesse und einen überaus homogenen, symphonischen Klang. Für dieses Repertoire ist das perfekt und so steht der ungemein suggestiven Wirkung dieser Musik auch nichts im Weg, zumal sie auch mit der hierfür nötigen Ruhe und Stringenz wiedergegeben wird.

Guido Krawinkel [30.10.2019]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Juris Karlsons
1Oremus... 00:07:42
2Adoratio (Sinfonie für Chor und Orchester) 00:33:30
6Le lagrime dell'anima... 00:12:33
7Ora pro nobis 00:07:21

Interpreten der Einspielung

Vorherige ⬌ nächste Rezension

15.11.2019
»zur Besprechung«

Perttu Haapanen, Flute Concerto // Ladies' Room // Compulsion Island / Ondine
"Perttu Haapanen, Flute Concerto // Ladies' Room // Compulsion Island / Ondine"

15.10.2019
»zur Besprechung«

Heino Eller, Symphonic Poems / Ondine
"Heino Eller, Symphonic Poems / Ondine"

Das könnte Sie auch interessieren

22.05.2020
»zur Besprechung«

Pēteris Vasks, Viola Concerto • String Symphony 'Voices'
"Pēteris Vasks, Viola Concerto • String Symphony 'Voices'"

11.07.2019
»zur Besprechung«

Pyotr Ilyich Tchaikovsky, Liturgy of St. John Chrysostom • Nine Sacred Choruses / Ondine
"Pyotr Ilyich Tchaikovsky, Liturgy of St. John Chrysostom • Nine Sacred Choruses / Ondine"

21.12.2018
»zur Besprechung«

Andrejs Selickis, Paradisus vocis / Ondine
"Andrejs Selickis, Paradisus vocis / Ondine"

18.09.2018
»zur Besprechung«

Einojuhani Rautavaara, 90th Anniversary Edition / Ondine
"Einojuhani Rautavaara, 90th Anniversary Edition / Ondine"

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige