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CD-Besprechung

Gaetano Brunetti

String Quartets

Gaetano Brunetti

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 20.07.19

Lindoro NL-3043

1 CD • 66min • 2018

Gaetano Brunetti (1744-1798) steht vom Geburtsjahr her genau in der Mitte zwischen Joseph Haydn und Wolfgang Amadé Mozart; und seine Musik ist stilistisch gut in seine Lebenszeit einzuordnen. Seine Heimatstadt ist Fano, in der italienischen Region Marken an der Adriaküste gelegen. In jugendlichem Alter ist er nach Spanien gekommen, ab 1767 war er (zunächst als Violinist) Mitglied der spanischen Königlichen Kapelle, in deren Dienst er bis zu seinem Lebensende verblieb. Gleichzeitig wurde er von König Karl III. zum Geigenlehrer des Thronfolgers, des späteren König Karl IV., ernannt. 1788, mit der Herrschaftsübernahme Karls IV. nach dem Tod seines Vaters, vergrößerte sich Brunettis Einfluss auf das Musikleben am Königshof, er wurde zum Ensemblemitglied der „musicos de la real camera“ berufen, die als quasi privates Ensemble des musikliebenden Königs eine bestimmende Rolle im Kulturleben des Hofes spielten. Seit 1797 verhinderte eine schwere Erkrankung die Teilnahme Brunettis am Hofdienst mehr und mehr, seit Ende März 1798 nahm er nicht mehr an der aktiven Hofmusik teil, am 16. Dezember desselben Jahres ist er verstorben.

Brunettis Musik ist, wie in der gegenwärtigen CD deutlich zu hören ist, von Haydn und Boccherini beeinflusst. Ihr Charme entschädigt für eine gewisse Überfülle der Ideen gegenüber deren Verarbeitung; der nächste motivische Purzelbaum kommt bei Brunetti häufig, ehe die kompositorischen Möglichkeiten des vorhergehenden Einfalls ausgeschöpft sind. Das Gesamtergebnis bleibt jedoch immer charmant, so dass sich gegenüber der gelegentlich rasanten Entwicklung der einzelnen Sätze weder Überdruss noch Ermüdung einstellen. Zu einer immer wieder anzuhörenden Lieblingsmusik fehlt den Streichquartetten Brunettis im Vergleich zu Boccherinis und besonders Haydns Kompositionen letztlich doch Originalität und kompositorischer Einfallsreichtum.

Das Ensemble Trifolium agiert auf der vorliegenden CD mit Energie und Eleganz als engagierter Anwalt von Brunettis Musik; dies durchaus berechtigt, da die Werke, wenn sie auch im Vergleich mit Werken Boccherinis und insbesondere Haydns zurückbleiben, gegenüber der Menge anderer Wiederentdeckungen aus dem 18. Jahrhundert mit ihrem ebenso originalem wie unterhaltsamem Idiom bestechen.

Das Klangbild der CD erweist sich als makellos – ebenso hinsichtlich des Ensembleklangs wie auch der Durchhörbarkeit der einzelnen Stimmen der Aufnahme.

Detmar Huchting [20.07.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Brunetti Streichquartett a-Moll L 166 00:14:06
4 Streichquartett Es-Dur L 188 00:15:42
7 Streichquartett f-Moll L 179 00:08:02
9 Streichquartett B-Dur L 185 00:15:10
12 Streichquartett F-Dur L 183 00:12:39

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Trifolium Streichquartett
 
NL-3043;8436003830436

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