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CD-Besprechung

Antonín Dvořák

Symphony No. 9 E minor "From the New World" and other works

Antonín Dvořák

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 26.07.19

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Tacet S 250

1 CD/SACD stereo/surround • 70min • 2018

Muss man wirklich immer alles (aufregend) neu oder anders machen? Bisher Ungehörtes um jeden Preis zu Tage fördern? Natürlich haben in den letzten Jahrzehnten Friscay, Szell, Kubelik, Solti oder auch Mackeras, Abbado und Norrington mit ihren Einspielungen von Antonín Dvořáks Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 Wegmarken gesetzt, an denen es kaum ein Vorbeikommen gibt. Aber deshalb das Rad immer wieder neu erfinden? Man muss nur alles richtig machen. Und das gelingt András Keller mit seinem hellwachen und bestens disponierten Concerto Budapest weitestgehend. Wenn auch vieles in den Tempo- und Dynamikentwicklungen vorhersehbar erscheinen mag, so klingt Dvořáks Dauerbrenner Dank Kellers souveräner formaler wie klanglicher Gestaltungskunst erfreulich unverbraucht. Spannung entsteht in dieser „Neuen Welt“ eben nicht durch vordergründige Effekte, knallende Explosionen, Rührseligkeit oder überbetonendes Folklorisieren. Spannung erzeugt Keller mit Detailfreude und einem bestechenden Formverständnis; in erster Linie wird hier aber allerfeinste Klangkultur zelebriert, eine jederzeit faszinierende Klang- und Dynamikgestaltung, die von einem besonderen dramatischen Gespür Kellers zeugt. Hat man im Kopfsatz manchmal das Gefühl, das Jüngste Gericht stehe vor der Tür, so klingt das Largo vollkommen entrückt, wie nicht von dieser Welt. Manche mögen bemängeln, dass es dieser Aufnahme an wirklich loderndem Feuer fehlt. Aber dass András Keller bei allem Elan und kraftvollen Zupacken nicht über Gebühr forciert, sondern in gewisser Weise immer „kultiviert“ bleibt – das macht es meiner Ansicht nach erst möglich, dass in dieser Lesart die Musik ganz allein aus sich selbst spricht, ohne lastende Bedeutungsschwere.

Mit den beiden Werken für Violoncello und Orchester, Klid op. 68 Nr. 5 und dem Rondo op. 94, kommt dann leider die Ernüchterung. Ihr poetischer Zauber wird für mein Gefühl zu sehr weichgezeichnet; da mag der Cellist Miklós Perényi noch so betörend „singen” – die Grenze zum Kitsch wird nicht nur gestreift, sie wird überschritten. Auch die drei abschließenden Slawischen Tänze fallen gegenüber der wirklich überzeugenden Deutung der 9. Sinfonie ab. Nicht nur, dass deren dynamische und Tempo-Gestaltung zu wünschen übrig lassen; Keller trägt in diesen gerne als Zugaben verwendeten Stücken klanglich zu dick auf und kleistert damit deren Esprit zu (die Note 8 bei der künstlerischen Qualität verdankt diese Produktion ganz klar der Sinfonie Nr. 9; ohne diese wäre die künstlerische Bewertung schlechter ausgefallen). Womit ich bei der Aufnahmetechnik bin. Leider hatte ich nicht die Möglickeit, diese SACD auf einer Surround-Anlage zu hören. Ich musste mich also mit dem Stereo-Ergebnis begnügen, welches einen für meine Ohren zu großen Hallanteil aufweist. Aufgrund meiner technischen Gegebenheiten ist mir eine fundierte klangliche Beurteilung jedoch nicht wirklich möglich, wenngleich das Stereo-Klangbild sehr transparent aus meinen Boxen tönt.

Christof Jetzschke [26.07.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Dvořák Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 00:42:31
5 Aus dem Böhmerwald op. 68 Nr. 5 00:06:06
6 Rondo g-Moll op. 94 (für Violoncello und Orchester) 00:07:31
7 Slawischer Tanz A-Dur op. 46 Nr. 5 00:03:10
8 Slawischer Tanz D-Dur op. 46 Nr. 6 00:05:51
9 Slawischer Tanz g-Moll op. 46 Nr. 8 00:04:14

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Miklós Perényi Violoncello
Concerto Budapest Orchester
András Keller Dirigent
 
S 250;4009850025047

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