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CD-Besprechung

Seelen-Music

Works by Johann Theile, Gregor Zuber & Christian Flos

Seelen-Music

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 25.03.19

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cpo 555 132-2

1 CD • 69min • 2017

Sehr bekannt ist Johann Theile (1646-1724) immer noch nicht – obwohl er bei Heinrich Schütz Unterricht genommen hat, mit Dietrich Buxtehude befreundet war, immerhin Nachfolger von Johann Rosenmüller als Kapellmeister des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel wurde und berühmt war für seine Kenntnisse im althergebrachten Kontrapunkt-Stil, nicht zuletzt gibt es von ihm eine wegweisende Matthäuspassion aus dem Jahre 1673.

Schöner und treffender als Bernd Heyder im Booklet-Text kann man die geistlichen Konzerte für Sopran und Orchester nicht beschreiben: „Theile lässt sich immer wieder neu von der rhetorischen und semantischen Intensität der Sprache leiten und findet im Wechsel zwischen ariosen und rezitativischen Abschnitten zu einem individuellen melodiösen Ausdruck, der im dichten Instrumentalsatz harmonisch gespiegelt und mitunter durch besondere rhythmische oder dynamische Akzente und ornamentale Spielfiguren überhöht wird.“

Dies alles bliebe aber nur musikwissenschaftliche Beschreibung, würde nicht die unvergleichliche Dorothee Mields diesen geistlichen Konzerten ihren eigenen Lebenshauch eingeben. Sie singt mit ihrem quellklaren und völlig schlackenlosen Sopran höchst rhetorisch mit Kunstpausen, Betonungen, Heraushebungen und dramatischen Hinleitungen, mit bewusster und überlegter Abwechslung zwischen spannungsvollem Non-Vibrato und dramatischem Vibrato. Sie macht diese barocke Musik zu dem, was der Titel der CD sagt, zu reiner Kontemplationsmusik, eben zu „Seelen-Musik“. Mit ihr musiziert die Hamburger Ratsmusik ungemein lebendig, animiert, ja fast mit glühendem Mitteilungseifer, und bestätigt, was wieder das Booklet sagt: „…wie sinnlich sich die Kunst des doppelten Kontrapunktes auch in der modernen Form des barocken Ensemblesonate nutzen ließ.“ Das wird dann in den Instrumentalsätzen hörbar, die zwischen die geistlichen Konzerte gestreut sind.

Dazugestreut sind auch feingesponnene Suiten von Gregor Zuber (ca. 1610- nach 1673), die allerdings in ihren vielen Sequenzierungen die rein handwerkliche Qualität des Komponisten hören lassen. Die Gambe von Simone Eckert scheint fast in einen Wettstreit zu treten mit dem Sopran von Dorothee Mields in Puncto Tonschönheit und –reinheit.

Unerschöpflich scheint die Zahl der unbekannten Barockkomponisten zu sein: Zwei Vokalwerke von Christian Flor (1626-1697) zeigen die fast mystische Christusverehrung der Glieder Jesu (Inter brachia Salvatoris mei) sowie die ebenso mystische Todesverklärung (Es ist gnug, Herr).

Rainer W. Janka [25.03.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Theile Sonata (à 5) 00:01:44
2 Die Seele Christi heilige mich 00:06:13
3 Sonata (à 4) 00:04:35
7 Jesu mein Herr und Gott 00:05:15
8 Sonata (à 5) 00:04:58
9 Gott hilf mir, denn das Wasser gehet mir bis an die Seele 00:06:57
10 G. Zuber Suite in a 00:06:35
14 C. Flor Es ist gnug, Herr 00:06:51
15 G. Zuber Suite in g 00:06:32
19 C. Flor Inter bracchia Salvatoris mei 00:05:02
20 G. Zuber Suite in d 00:05:26
24 J. Theile Ach, daß ich hören sollte 00:07:49

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dorothee Mields Sopran
Hamburger Ratsmusik Ensemble
Simone Eckert Leitung, Viola da gamba
 
555 132-2;0761203513222

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