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CD-Besprechung

Joseph Haas

Christnacht

TYXart TXA18111

1 CD • 63min • 2018

23.11.2018

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Joseph Haas (1879–1960) ist als Komponist ein Spätestromantiker und trotzdem Mitbegründer der „Donaueschinger internationalen Kammermusikfeste für Neue Musik“, war nach 1945 Präsident der Münchener Musikhochschule und Lehrer bedeutender Schüler: Karl Amadeus Hartmann, Karl Höller, Cesar Bresgen und auch des ehemaligen Regensburger Domkapellmeisters Georg Ratzinger. Die 1949 gegründete Joseph-Haas-Gesellschaft bemüht sich eifrig um die Verbreitung seiner Werke. Und hat auch die Produktion dieser CD unterstützt.

Die Christnacht, ein deutsches Weihnachtsliederspiel nach oberbayerischen und Tiroler Weisen op.85 ist entstanden als „abendfüllende Weihnachtsmusik, die den ‚hohen Stil‘ meidet und doch künstlerische Haltung hat“, wie Haas selber schreibt. Und weiter: „Das Spiel sollte wie ein musikalisches Bilderbuch wirken, das die uns so traut anheimelnden Figuren und Begebnisse weihnachtlichen Geschehens aufzeigt“. Was im Jahre 1932 vielleicht als Mangel empfunden wurde, gibt es heute in Überfülle: Weihnachtsmusiken mit alpenländischer Musik. Trotzdem hat sich der reine Charme dieser Christnacht erhalten.

Für diese CD und „für einfache Verhältnisse, bei denen kein Orchester zur Verfügung steht“ (so heißt’s im Booklet), hat der Organist Norbert Düchtel den Orchesterpart für Orgel allein eingerichtet. Bei aller einfacheren Handhabung: Dem Rezensenten erscheint diese Vereinfachung eine Verdünnung zu sein – auch wenn die Orgel sehr wendig gespielt ist, vor allem beim Bauerntanz Nr. 13, und am Ende festlich aufdreht: Die Farbigkeit, die durch die Instrumente eines auch noch so kleinen Orchesters entsteht, ist so stark eingedämpft.

Die Lieder sind kompositorisch einfach gehalten – da sind mittlerweile alpenländische Dreigsang-Lieder raffinierter und vielschichtiger. Vieles ist instrumental – bzw. hier mit der Orgel – sanft verfremdet, vieles ist einstimmig. Dafür überrascht Still, o Erden Nr. 17 mit einer Bordun-ähnlichen Begleitung und mit einer schmerzreichen Harmonik in der zweiten Strophe, die Jesu künftige Passion anspricht. Und köstlich-orientalisch ist der Dreikönigs-Marsch (Nr. 18: Marsch der heiligen drei Könige) sowie der stampfende Bauerntanz (Nr. 13).

Der Chor cantica nova holzkirchen unter der Leitung von Katrin Wende-Ehmer behält, auch mit der Verwendung von gut geschulten Kinderstimmen, den Liebreiz von Laienchören und klingt in der halligen Andreas-Kirche von Eching sehr tragend. Die gereimten Zwischentexte, die von Wilhelm Dauffenbach stammen, spricht Alex Dorow mit stimmlichem Vollklang und gut trainierter BR-Sprecher-Stimme (bis zu seinem Wechsel in den Bayerischen Landtag war Dorow Sprecher und Moderator im Bayerischen Fernsehen) sowie mit hörbarem angenehmen bairisch-schwäbischen Zungenschlag (Alex Dorow stammt aus Landsberg am Lech).

Rainer W. Janka [23.11.2018]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Haas
1Christnacht op. 85 (Ein Weihnachtsliederspiel nach oberbayerischen und Tiroler Weisen mit verbindenden Worten von Wilhelm Dauffenberg) 01:02:45

Interpreten der Einspielung

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