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CD-Besprechung

Stenhammar

Symphony No. 2

Stenhammar

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 31.08.18

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BIS 2329

1 CD/SACD stereo/surround • 58min • 2017

Eine „nüchterne und ehrliche Musik ohne Klangschwelgerei“ wollte Wilhelm Stenhammar in seiner Zweiten Sinfonie präsentieren – und bewegt sich mit dieser Aussage nicht weit entfernt von seinem finnischen Kollegen Jean Sibelius, den er aus ganzem Herzen bewunderte und dessen Ziel sich in einer Musik „wie kaltes, klares Wasser“ manifestierte. Tatsächlich zeigt sich die Klangsprache des Schweden Stenhammar ebenso wie die von Sibelius und die von Carl Nielsen weit entfernt von jenen chromatischen Exzessen, wie sie die deutsche Spätromantik zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägten. Und hinzu kommt noch, dass Stenhammar sein orchestrales Hauptwerk, nämlich eben jene Sinfonie Nr. 2, mit einem kontrapunktischem Meisterwerk krönte – einer Doppelfuge, wie sie nicht nur in der skandinavischen, sondern überhaupt in der Sinfonik jener Zeit wohl einzigartig dasteht.

Trotzdem hat dieses Werk außerhalb Skandinaviens nie die Aufmerksamkeit gefunden, wie sie den Sinfonien Nielsens und Sibelius′ zuteil wurde. Vielleicht liegt es in einer gewissen Neutralität des thematischen Materials begründet. Man muss die Partitur schon mehrmals hörend studieren, bevor man die persönlichen Züge definieren kann. Dieses Studium lohnt jedoch durchaus, und umso schöner ist es, dass Stenhammars Zweite jetzt in einer modernen Einspielung in hervorragender SACD-Klangqualität vorliegt. Verantwortlich zeichnen das Antwerp Symphony Orchestra unter Christian Lindberg, die vor einigen Jahren bereits mit einer sehr schönen Aufnahme von Stenhammars Serenade auf sich aufmerksam gemacht haben.

Die Interpretation lässt nur wenige Wünsche offen; Lindberg wählt einen energiegeladenen, strukturbetonten Ansatz, der sich besonders in den Ecksätzen und vor allem im Fugen-Finale auszahlt. Es sei nicht verschwiegen, dass an der einen oder anderen Stelle vielleicht ein wenig mehr Zwischentöne vorstellbar wären, die zum Beispiel Stig Westerberg und das Philharmonische Orchester Stockholm in einer älteren Aufnahme für das Label Caprice mustergültig realisiert haben. Westerberg intoniert bereits das Unisono-Anfangsthema des Kopfsatzes nuancierter und weicher – eine Interpretationshaltung, die sich im weiteren Verlauf der Sinfonie fortsetzt und die dem Opus ebenfalls gut zu Gesicht steht. Doch Lindberg punktet mit einem weit brillanteren und räumlicheren Klangbild – und mit einem zusätzlichen Werk: Stenhammars Schauspielmusik zu Strindbergs Traumspiel in der Konzertfassung von Hilding Rosenberg: ein atmosphärisches, gut zehnminütiges Orchesterstück in chromatisch gefärbter Misterioso-Stimmung, die dem Bild des Komponisten eine interessante Facette hinzufügt

Thomas Schulz [31.08.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W. Stenhammar Sinfonie Nr. 2 g-Moll op. 34 00:46:05
5 Musik zu Ein Traumspiel von August Strindberg (Konzertfssg. von Hilding Rosenberg 1970) 00:11:30

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Antwerp Symphony Orchestra Orchester
Christian Lindberg Dirigent
 
2329;7318599923291

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