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CD-Besprechung

Green Island

Geraldine Green Chamber Music

Green Island

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 30.08.18

encora enc-016

1 CD • 57min • 2014

Die Kompositionen der aus Belfast stammenden und heute in Manchester lebenden Komponistin Geraldine Green leisten sich große Melodienbögen, verneinen dabei Pathos und Herzenswärme nicht. Dass dies so unmittelbar wirkt, dafür sorgt das britisch-deutsche Oakmount Trio, bestehend aus dem Flötisten Gary Woolf, dem Geiger Matthias Reuland und dem Pianisten Sebastian Kurz. Die drei pflegen seit Jahren den unmittelbaren Austausch mit der Komponistin, was schon durch den Namen etwas verbindliches bekommt. „Oakmount“ ist ein altes edwardianisches Anwesen, von dem die Komponistin von kleinauf fasziniert war. Dessen Namen trägt zudem das Eröffnungsstück auf dieser abwechslungsreichen CD, jenes Oakmount Nocturne - das eigentlich gar nicht wie ein Nocturno klingt!

Das britisch-deutsche Trio zelebriert die musikalische Reise auf die Grüne Insel mit viel Herzblut. Auch wenn das zweite Stück, ein Larghettto für Violine und Piano reichlich übers Ziel hinaus schießt, wenn mit einem süßlich überladenen Violin-Belcanto und einer triefenden Dur-Melodik so ziemlich alle Kitschgrenzen durchbrochen werden. Leider schafft es auch die etwas zu höhenlastige Aufnahmetechnik nicht, diesen Eindruck zu mildern.

Schon beim nächsten Stück ist wieder alles gut. Ein weiteres Nocturno für Flöte und Piano wird diesmal seinem Namen gerecht. Zarte Poesie verströmt eine durch und durch keltisch anmutende Melodie. Überhaupt ist immer viel Folk mit im Spiel. Der Spannungsbogen soll sich noch steigern: Eine weitgespannte Triokomposition legt offen, wie Geraldine Green viele Stilmittel der individuellen kompositorischen Handschrift einverleibt – was unter den Händen dieses Trios auf ein lyrisches, oft stark folkloristisch gefärbtes, immer kurzweiliges Hörkino hinaus läuft. Eine wirbelnde Polka im dritten Satz bläst frischen Wind über die Weite der grünen Insel, dann suggeriert ein Lento viel innige Nachdenklichkeit, bevor hüpfende Synkopentupfer gepaart mit harmonischen Verwirrspielen eine ungefilterte Prise Neoklassizismus ins Spiel bringen.

Einmal so in Fahrt, reißt dann auch ein Tango mit, der diesmal eben nicht von der Südhalbkugel, sondern von der viel näheren Grünen Insel kommt. Molto Marcato und mit vollem Klangvolumen akzentuiert die Violine den Rhythmus, Klavier und Flöte tun ihr übriges für sinnliche Wucht, wie es sich für den Tango gehört. Fazit: Die neue CD des Oakmount Trio ist – von kleinen Unperfektheiten abgesehen - ein kurzweiliges Bekenntnis zur Heimat dieser Komponistin und ein Hörvergnügen, bei dem das Etikett „Schönheit“ durchaus mal die Sache auf den Punkt trifft.

Stefan Pieper [30.08.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Green Oakmount Nocturne für Flöte und Klavier 00:09:32
2 Larghetto für Violine und Klavier 00:08:03
3 Nocturne 00:05:18
4 Trio für Flöte, Violine und Klavier 00:30:43
8 Sparrowhawk Tango 00:03:00

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Matthias Reuland Violine
Gary Woolf Flöte
Sebastian Kurz Klavier
 
enc-016;4260104940169

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