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CD-Besprechung

Kalevi Aho

Wind Quintets 1 & 2

Kalevi Aho

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 04.09.18

Klassik Heute
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BIS 2176

1 CD/SACD stereo/surround • 55min • 2014, 2016

Kalevi Aho gehört zu den führenden Symphonikern unserer Zeit, muss ohne das geringste Zögern zu den bedeutendsten Opernkomponisten der letzten 50 Jahre gezählt werden, hat mit seinen Instrumentalkonzerten fast alle Instrumente bedient, die mit vorzüglichen Virtuosen aufwarten können (auch ausgefallene wie das Theremin), und auch in der Kammermusik sind es sowohl Standard- als auch so ungewöhnliche wie ergiebige Besetzungen, für die er Beiträge verfasst hat. Die beiden hier vorliegenden Werke fürs klassische Bläserquintett (also Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott) entstanden 2006 und 2014, wobei im 2. Quintett die gewöhnliche Flöte mit Piccolo- und Altflöte und die Oboe mit Englischhorn alterniert. Aho hat selbst den Booklettext verfasst. Das 1. Quintett ist für die Solisten der Philharmoniker aus Turku entstanden und wurde vom Berliner Philharmonischen Bläserquintett ins Repertoire genommen, welches dann den Auftrag für das 2. Quintett erteilte und nun hier (2014 und 2016) beide Quintette eingespielt hat in der Besetzung Michael Hasel (Flöte), Andreas Wittmann (Oboe), Walter Seyfarth (Klarinette), Fergus McWilliam (Horn) und Marion Reinhard (Fagott). Im Booklet erzählt Flötist Hasel zudem, wie es zur Zusammenarbeit mit Aho kam und welche äußerste Hochschätzung die Musik des großen Finnen bei den Musikern genießt – da darf man sich dann auch einmal wundern, warum diese Begeisterung noch nicht bis zur Programmplanung des Berliner Philharmonischen Orchesters durchgedrungen ist – oder traut man sich dort nicht? Denn fest steht, dass Aho – der selbst sowohl handwerklich als bezüglich der Inspiration zu den größten Meistern unserer Tage zählt – technisch von den Musikern teils das Äußerste fordert (man denke nur z. B. an das grenzwertige Tempo, das er im schnellen Furioso-Mittelteil des Marziale aus dem 1. Quintett auch dem Hornisten abverlangt). Diese hohen virtuosen Ansprüche sind für das Berliner Philharmonische Bläserquintett natürlich äußerst reizvoll und werden auch weitestgehend mit scheinbarer Mühelosigkeit eingelöst. Was die Form betrifft, geht Aho so ungewöhnlich und teils überraschende Wege wie hinsichtlich der thematischen Erfindung. Ihm fällt immer eine Menge ein, und meist erscheint dies dann auch auf Anhieb folgerichtig. Führt er im 1. Quintett die Tradition in so kapriziöser wie abenteuerfreudiger Weise weiter, so transzendiert er im 2. Quintett nicht nur die Besetzung betreffend die üblichen Grenzen: dieses ist auch weit umfangreicher und verlangt insbesondere im Kopfsatz hohe korrelative Potenz von den Ausführenden. Umso überraschender mag manchem ideologischen Holzkopf erscheinen, dass er ausgerechnet im Finale weitgehend auf äußerliche Wirkung verzichtet und mit gelassener Heiterkeit besticht, die keine Anstalten macht, das triolische Pulsieren zu unterbrechen – und damit rhythmisch viel leichter fasslich ist als die anderen, teils halsbrecherisch organisierten schnellen Sätze mit ihren vertrackten Pulswechseln, metrischen Verschiebungen und oftmals komplizierten duolisch-triolischen Verschränkungen. Insgesamt spricht aus dieser Musik ein äußerst freisinniger Komponist, der ganz genau weiß, was er verlangt und wie es klingen soll – und dessen Intentionen von den Musikern mit Verve und Mut zum unvermeidlichen Risiko umgesetzt und von einer exzellenten Tontechnik exemplarisch abgebildet sind.

Christoph Schlüren [04.09.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 K. Aho Wind Quintet Nr. 1 00:22:24
5 Wind Quintet Nr. 2 00:31:33

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Philharmonisches Bläserquintett Berlin Bläserquintett
 
2176;7318599921761

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