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CD-Besprechung

Christoph Graupner

Das Leiden Jesu • Passion Cantatas II

Christoph Graupner

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 30.04.18

Klassik Heute
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cpo 555 170-2

1 CD • 79min • 2017

Christoph Graupner (1683–1760) ist Zeitgenosse Bachs und einer der Musiker, den die Leipziger Ratsherren Bach gerne vorgezogen hätten. Aber Graupner blieb zeit seines Lebens in Darmstadt und komponierte dort außerordentlich fleißig und ergiebig: Allein 1414 geistliche Kantaten in 46 Kantatenjahrgängen sind überliefert! Das Label cpo hat nun den zweiten Teil der Passionskantaten veröffentlicht: eine zum Sonntag Oculi, eine zum Karfreitag und eine zu Mariä Verkündigung, die, weil sie am 25. März ist, meist in die Fastenzeit fällt, alles aus dem Kantatenjahrgang 1741.

Diese anzuhören bedeutet reine Freude: Graupners expressive Chromatik, die ungemein vielfältige instrumentale Farbkunst in den Arien und die höchst kunstfertige Anwendung der barocken Affektenlehre bezaubern und ergreifen. Dies alles ist unmittelbar begreifbarer und emotional herzlicher als die Werke von Bach. Und auch theologische Tiefe ist darin, wenn auch nicht in der mathematischen und spirituellen Dimension wie bei Bach.

Das Barockorchester Mannheimer Hofkapelle und das Solistenensemble Ex Tempore unter der kundigen Leitung von Florian Heyerick gehen temperamentvoll, musikantisch und agil zu Werke. Der „Chor“, der aus neun Stimmen besteht, singt die Choräle, die von Graupner sehr variabel und vor allem harmonisch ausdrucksstark gestaltet sind, stimmstark, trennscharf und genau diese schon genannte expressive Chromatik nachzeichnend (sehr schön zu hören in Track 7: Herr lass dein bitter Leiden) – aber ein größerer Chor würde etwas an Schärfe nehmen und mehr an dramatischer Gewichtung ergeben und somit einen deutlicheren Gegensatz zu den solistischen Partien.

Bestechend schön musiziert die Mannheimer Hofkapelle, bringt Graupners Instrumentationskunst zum Leuchten, bleibt immer federnd, oft tänzerisch, immer aber außerordentlich ausdrucksstark und belegt, wie nah am Text Graupner komponiert. So klagt, ja lautmalerisch jault geradezu die Geige in chromatisch aufsteigenden Halbtonschritten in der Arie Track 10 (Weine über Jesu Schmerzen).

Die Solisten haben alle sehr klare Stimmen, singen wendig, sehr erfahren in der Ausdruckskunst der barocken Musik, artikulieren sorgfältig und scheuen nicht vor exklamatorischer Dramatik zurück. So werden die geschilderten Gefühle, wie Mitleid, Wut, Entsetzen, und theologische Aussagen wie Glaubenssicherheit, Hoffnung und Passionsinnerlichkeit unmittelbar nachvollziehbar und erlebnisreich.

Alles musikalische Geschehen ist durch die Aufnahmetechnik nach vorne gerückt, was die Unmittelbarkeit, den Anschein des Dabeiseins noch verstärkt.

Rainer W. Janka [30.04.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Chr. Graupner Das Leiden Jesu von seinen Freunden GWV 1122/41 (Kantate am Sontag Oculi) 00:19:50
8 Die Gesegnete Vollendung der Leiden Jesu GWV 1127/41 (Kantate am Karfreitag) 00:35:29
16 Die Schmähliche Verspottung GWV 1170/41 (Kantate an Mariä Verkündigung) 00:23:49

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Solistenensemble Ex Tempore Chor
Barockorchester Mannheimer Hofkapelle Orchester
Florian Heyerick Dirigent
 
555 170-2;0761203517022

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