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CD-Besprechung

Respighi

Vetrate di Chiesa • Il Tramonto • Trittico Botticelliano

Respighi

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 22.02.18

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BIS 2250

1 CD/SACD stereo/surround • 66min • 2016

Diese Musik ist geradezu für die BIS-Tontechniker komponiert – kaum vorzustellen, welche Freude es ihnen bereitet hat, die extreme Dynamik am Ende des Finalsatzes der Vetrate di Chiesa (Kirchenfenster) einzufangen und dabei noch möglichst durchsichtig zu halten. Respighi schrieb diese viersätzige Suite über gregorianische Melodien 1925 und hat damit ein Meisterwerk der prachtvoll leuchtenden Tonmalerei geschaffen, das sich in den häufigen 5/4-Metren gerne eindeutigem Taktempfinden entzieht – ob darum auch das klare Pulsieren der Musik so verschleiert werden sollte, wie es hier erscheint, ist nun aber doch in Frage zu stellen. Das andere Hauptwerk, mit dem die CD eröffnet, das Trittico Botticelliano von 1927, ist ein wunderbares zartes, feinsinniges Werk, das hier insgesamt etwas handfester gespielt ist als wünschenswert. Das liegt gewiss nicht daran, dass die Philharmoniker aus Lüttich dazu nicht in der Lage wären, doch vielleicht hatte man einfach wenig Zeit für die Einstudierung, und die Simplizität der musikalischen Struktur kann dazu verleiten, den Aufwand zu unterschätzen. Vielleicht ist auch Neschling bei aller Erfahrung primär ein al-fresco-Gestalter. Äußerst wirkungsvoll sind beide Werke allemal, und wer einfach die Klangpracht, die Schönheit der reinen Akkorde und archaischen Melodik und den Farbenreichtum mag, wird hier keineswegs enttäuscht sein. Die zusammenhängende Dynamik der Form vermittelt sich hier jedenfalls nur rudimentär, und wer Respighi mit Celibidache, de Sabata oder Pedrotti gehört hat, wird verstehen, dass wir es in dieser audiophilen Aufnahme musikalisch letztlich mit brillantem Mittelmaß zu tun haben. Am meisten sagt dann noch die Aufführung des hinreißenden ‚Sandwich-Stücks’, der lyrischen Kantate Il tramonto für Sopran und Streichorchester, aus, die von Anna Caterina Antonacci mit akkurater Leidenschaft und kraftvoller Innigkeit dargeboten und unter John Neschling mit teilnahmsvoller Achtsamkeit begleitet wird. Ein solider Booklettext von Jean-Pascal Vachon ist dem Rang der Veröffentlichung angemessen, die nicht dazu angetan ist, die Klischees von Respighi als nostalgischem Schönklangliebhaber und oberflächlichem Meister reißerischer Effekte phänomenaler Orchestration zu überwinden. Dafür bedürfte es tieferen Eindringens in die subtilen Geheimnisse der Partituren, die allzu leicht von den rauschhaften Wirkungen des Moments in den Hintergrund gedrängt bzw. überhaupt nicht wahrgenommen werden. Wer sich also berauschen will, darf hier getrost zugreifen.

Christoph Schlüren [22.02.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 O. Respighi Trittico Botticelliano 00:20:06
4 Il tramonto 00:16:24
5 Vetrate di chiesa 00:28:49

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Orchestre Philharmonique Royal de Liège Orchester
John Neschling Dirigent
 
2250;7318599922508

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