Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Ysaÿe

6 sonatas for solo violin

Ysaÿe

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 15.12.17

Ars Produktion ARS 38 241

1 CD/SACD stereo/surround • 74min • 2017

Vom Wunderkind zum Wundergeiger - so könnte man das Leben von Eugène Ysaÿe umschreiben, der einer der wichtigsten Geigenvirtuosen und -komponisten des 20. Jahrhunderts war. Wer auch heutzutage noch als Virtuose etwas auf sich hält, hat Werke des 1858 im belgischen Liège geborenen Ysaÿe im Repertoire, der für Repertoire und Spieltechnik gleichermaßen schulbildend wirkte. Von Robert Schumann über César Franck bis hin zu Edward Elgar reicht die illustre Liste der Komponisten, mit denen Ysaÿe zusammengearbeitet hat und deren Werke er, wie etwa Francks d-Moll Sonate, legendär machte. Das traf zweifellos auch auf sein Wirken als Lehrer zu, der gleichermaßen auf Virtuosität wie Eleganz bedacht war.

Der Geiger Stefan Tarara hat sich nun an die sechs Sonaten Ysaÿes gewagt, Meilensteine des Repertoires, und in ihrer musikalischen Gestalt ebenso unterschiedlich wie herausfordernd. Tarara stellt sich dieser Herausforderung jedoch mit einer tadellosen Virtuosität und musikalischer Chuzpe. Die gigantischen Hürden dieser Musik nimmt er mit bemerkenswerter Coolness, da klingt nichts überdreht oder über Gebühr auf den äußeren Effekt getrimmt. Im Gegenteil, Tarara spielt mit solcher Souveränität und Brillanz, dass er das gar nicht nötig hat.

Was an Ysaÿes Musik immer wieder auffällt, sind die historischen Rückbezüge. Das Werk Johann Sebastian Bachs spielt hier eine wichtige Rolle, aber auch der allgemeine Rückbezug auf polyphone Techniken. Auch musikalisch setzt Ysaÿe auf Substanz und nicht wie manche seiner Zeitgenossen auf den kurzlebigen Effekt. Das tut im Prinzip auch Stefan Tarara, der eine großartige Ausdruckspalette beherrscht, vom innigsten, fast wie ein Windhauch verschwebenden Pianissimo, bei dem der Bogen die Saite gerade so zum Klingen bringt, bis hin zum robusten, kernigen Klang, der unglaublich druckvoll und satt wirkt. Aber auch die Flexibilität und Sauberkeit seines Spiel ist bei schnellen virtuosen Passagen und Doppelgriffen stets gewährleistet. Die sechs Sonaten Ysaÿes erfahren hier eine in jeder Hinsicht ausgezeichnete Deutung. Eine empfehlenswerte Einspielung!

Guido Krawinkel [15.12.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Ysaÿe Sonate g-Moll op. 27 Nr. 1 für Violine solo 00:18:23
5 Sonate a-Moll op. 27 Nr. 2 für Violine solo (über das Präludium aus der Partita E-Dur von Johann Sebastian Bach. À Jacques Thibaud) 00:14:38
9 Sonate d-Moll op. 27 Nr. 3 für Violine solo (Ballade) 00:07:56
10 Sonate e-Moll op. 27 Nr. 4 für Violine solo 00:13:19
13 Sonate G-Dur op. 27 Nr. 5 für Violine solo (à Mathieu Crickboom) 00:11:39
15 Sonate E-Dur op. 27 Nr. 6 für Violine solo 00:08:15

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Stefan Tarara Violine
 
ARS 38 241;4260052382417

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc