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CD-Besprechung

Roland Leistner-Mayer

String Quartets 5•6•7

TYXart TXA17090

1 CD • 77min • 2016

12.12.2017

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Der 1945 im böhmischen Graslitz geborene Komponist Roland Leistner-Mayer war in München Schüler von Harald Genzmer und Günter Bialas – seinerzeit eher konservativ denkende Musiker. So verwundert es wenig, dass Leistner-Mayer früh seinen eigenen Weg jenseits der Avantgarde einerseits aber auch bewusst „postmoderner“ Haltung andererseits gesucht und gefunden hat. Streben nach unmittelbar nachvollziehbarem Ausdruck, der dann auch wegen eines immer verständlichen, jedoch freitonalen harmonischen Plans gleichzeitig Form generiert, scheint bei Leistner-Mayer ganz im Vordergrund zu stehen.

Die Kammermusik hat im umfangreichen Schaffen des Komponisten schon immer einen besonderen Stellenwert. Die berühmt gewordenen Streichquartette Nr. 2 & 3 aus den späten 1980er-Jahren greifen bewusst auf böhmische Idiome zurück. Leistner-Mayer deswegen als späten Janáek-Epigonen abzustempeln, würde allerdings weitaus zu kurz greifen. Dennoch spürt man bei den hier vorgelegten Streichquartetten Nr. 5 - 7 (2013-16) besonders im fünften Quartett mit seiner prägnanten, äußerst knappen Motivik und etwas spröden Harmonik den Einfluss des großen Böhmen im Hintergrund. Jenseits dessen begegnen wir hier einem Stück in konventioneller Viersätzigkeit.

Deutlich interessanter erscheinen mir die Quartette Nr. 6 Sieben untapfere Bagatellen und Nr. 7 Ariadne-Quartett. Letztlich hinterfragt das sechste Quartett nichts weniger als den Sinn des Lebens durch Betrachtung verschiedener Aspekte von Zeitlichkeit – nicht ohne Augenzwinkern, wie Leistner-Mayers Verweis auf Klabund in seiner Werkbeschreibung klarmacht. Die Sinnhaftigkeit der sieben Sätze erschließt sich besonders durch ihre klare Harmonik sofort. Das nicht weniger überzeugende siebte Quartett spinnt seinen Faden kontrastreich und mit großer emotionaler Spannweite von einem überwiegend meditativen Kopfsatz bis zu einem recht rasanten, aber nie oberflächlichen Presto precipitando.

Das tschechische Sojka Streichquartett erfasst die differenzierten Ausdruckswerte von Leistner-Mayers Musik mit Ernst und einem gewissen Hang zur Objektivität; mir fehlt allerdings bisweilen der Mut zu echter Leidenschaftlichkeit. Bei den sich auf engem Raum wiederholenden Motivmustern im 5. Quartett wird es stellenweise gar ein wenig langweilig, was nicht dem Komponisten anzulasten ist. Auch die Intonation gerät hier nicht so perfekt wie in den darauffolgenden Werken. Trotzdem dürfen diese Interpretationen durch die enge Zusammenarbeit mit Leistner-Mayer wohl als authentisch gelten; hier entfaltet sich berührende, eigenständige Musik fernab aller modischen Strömungen. Aufnahmetechnik und Booklet sind vorbildlich.

Martin Blaumeiser [12.12.2017]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Roland Leistner-Mayer
1Streichquartett Nr. 5 op. 147 00:25:21
5Streichquartett Nr. 6 op. 148 (7 untapfere Bagatellen) 00:24:50
12Streichquartett Nr. 7 op. 151 (Ariadne-Quartett) 00:26:15

Interpreten der Einspielung

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