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CD-Besprechung

NDR Klassik Open Air

Giuseppe Verdi: La Traviata

NDR Klassik Open Air

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 01.09.17

Naxos 2.110568

1 DVD-Video • 2h 12min • 2016

Open-Air-Klassik folgt eigenen Gesetzen und es bringt wohl nichts, da beckmesserisch eine Kunst-Elle anzulegen. Der NDR hat heuer im Maschpark in Hannover zum vierten Mal große Oper gespielt und mit Rigoletto einen beträchtlichen Erfolg - auch bei der Presse - gefeiert. Die im vergangenen Jahr aufgezeichnete und nun als DVD veröffentlichte Produktion einer anderen Verdi-Oper, La Traviata, rief kaum weniger Begeisterung hervor. Der halbszenischen Aufführung, bei der das Orchester hinter den Sängern platziert war, muß man einiges Geschick in der Organisation des Ablaufs attestieren (wer für die Bühnenregie verantwortlich zeichnet, ist dem Booklet nicht zu entnehmen). Mehr war nicht gewollt und ist wohl in diesem Rahmen auch nicht zu verlangen.

Dass sich Verdis Version der „Kameliendame“ hier als tragisch endende Sommeroperette präsentiert, geht aber nicht nur auf das Konto szenischer Improvisation. Die Dirigentin Keri-Lynn Wilson führt Orchester, Chor und Sänger mit lockerer Hand durch das Stück und zeigt sich von dessen dramatischen Konflikten ziemlich unberührt. Diesem Ansatz entspricht die Protagonistin Marina Rebeka, deren im Wortsinne blendende (auch technisch sicher geführte) Stimme darüber hinwegtäuscht, dass sie kaum Emotionen übermitteln kann und völlig an der Oberfläche der Partie bleibt. Auch in der großen Duett-Szene mit Vater Germont im 2. Akt findet der entscheidende (innere wie äußere) Kampf nicht statt, zumal Thomas Hampson keine Anstalten macht, den verbohrten Kleinbürger darzustellen, und sich darauf beschränkt, der soignierte Kammersänger und renommierte Liedinterpret Hampson zu sein. Francesco Demuro (Alfredo), auch er kein begnadeter Schauspieler, ist ein solider Tenor der zweiten Garnitur, was schon viel bedeutet in einer Zeit, in der es in seinem Fach kaum eine erste gibt. Carlos Osuna hat es in der Nebenrolle des Gastone neben ihm nicht schwer, sich ins rechte Licht zu setzen, als wolle er demonstrieren, dass er andernorts auch schon den Alfredo gesungen hat.

Ekkehard Pluta [01.09.2017]

Bechsteinkonzert

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Verdi La Traviata (Opera in tre atti) 02:12:00

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Marina Rebeka Violetta Valéry - Sopran
Francesco Demuro Alfredo Germont - Tenor
Thomas Hampson Giorgio Germont, Alfredos Vater - Bariton
Johannes Brahms-Chor Hannover Chor
Mädchenchor Hannover Chor
NDR Radiophilharmonie Orchester
Keri-Lynn Wilson Dirigent
 
2.110568;0747313556854

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