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CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

DVD-Video-Besprechung

Les Dissonaces • David Grimal

Shostakovich

Dissonances Records LD 009

1 DVD-Video • 78min • 2014, 2016

15.02.2017

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Sie waren zwei prägende Musikerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Dmitri Schostakowitsch und Mstislaw Rostropowitsch. Der Komponist und Musiker waren persönlich wie musikalisch vielfach miteinander verflochten. So ist etwa das erste Cellokonzert von Schostakowitsch der Cello-Legende Rostropowitsch gewidmet, der das Stück nebst vielfachen Anmerkungen des Komponisten an seine Schüler weitergab. Einer dieser Schüler ist Xavier Philips, der dieses Konzert hier spielt und auch im überaus lesenswerten Booklet von seinen Erlebnissen und der Arbeit mit Rostropowitsch berichtet. Das alleine ist schon interessant, auch weil hier eine tiefe Verehrung zu spüren ist und man anhand von zahlreichen Beispielen nachvollziehbar geliefert bekommt, warum und wie der Cellist zu seiner Interpretation gekommen ist.

Und das ist nicht nur lesens-, sondern auch hörenswert. Philips stürzt sich nicht nur mit dem üblichen Furor in das Schostakowitsch-Konzert, sondern gestaltet es mit beklemmendem Nachdruck, großartiger Intensität und berührendem Impetus. Hier waltet nicht nur technische Brillanz, sondern auch musikalisches Herz. Zusammen mit dem ausgezeichneten Orchester Les Dissonances ergibt sich ein überaus stimmiges Bild dieser oft zwischen Extremen changierenden Musik, die meist auf eben jene reduziert wird. Hier erfahren auch die Zwischentöne jenseits beißendem Sarkasmus und melancholischer Resignation Beachtung.

Ebenfalls zu hören: die fünfte Sinfonie. David Grimal führt das Orchester hier zu einer fulminanten Leistung. Das fast viertelstündige Largo etwa ist ein molto pastoso gespielter Erguss mit höchster Konzentration, das vergleichsweise kurze Allegretto ein knackiger Abriss des subtilen, die Klippen der russische Zensur mehr oder weniger gekonnt umschiffenden Humors des Komponisten. Alles in allem: eine hinreißende Einspielung, die sowohl dem Komponisten gerecht wird als auch eine schöne Referenz an den Musiker und Lehrer Rostropowitsch darstellt. Und eine gelungene Referenz für die Musiker und den Cellisten Phillips ist sie allemal.

Guido Krawinkel [15.02.2017]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Dimitri Schostakowitsch
1Konzert Nr. 1 Es-Dur op. 107 für Violoncello und Orchester 00:27:16
5Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47 00:48:07

Interpreten der Einspielung

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