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CD-Besprechung

Joseph Jongen

Joseph Jongen

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 19.09.16

cpo 777 593-2

1 CD/SACD stereo/surround • 68min • 2012

Die meisten großen Konzertsäle enthalten auch eine Orgel, und es gibt besonders in der Spätromantik immer wieder Werke, die eine Orgel als Teil des Orchester-Instrumentariums vorsehen. Selten allerdings sind konzertante Werke für Orgel und Orchester; von den erstrangigen Komponisten fällt einem spontan nur Paul Hindemith mit seinen zwei Orgelkonzerten ein; einen bedeutenden Orgelpart enthält z,B. die Dritte Sinfonie („Orgelsinfonie“) von Camille Saint-Saëns und eben die hier neu eingespielte Symphonie Concertante des Belgiers Joseph Jongen (1873-1953). Die Zurückhaltung vieler Komponisten erscheint nachvollziehbar, denn das große spätromantische Orchester und dazu die Klangpracht der Orgel ergeben leicht eine dickfüllige Textur. Joseph Jongen sah dieses Problem offenbar auch und bemühte sich um Auflichtung, vor allem durch das häufige Zusammenspiel eines linearen Orgelparts mit Holzbläsern oder durch blockhaftes Gegeneinander des Orchesters und des Soloparts.

Die Interpretation gewinnt zudem durch die von Christian Schmitt vorzüglich gespielte Karl-Schuke-Orgel im modernen Gebäude der Philharmonie Luxemburg und durch die Tatsache, dass der Dirigent Martin Haselböck selbst von der Orgel herkommt und jahrzehntelang als Organist konzertierte. So gelang es, den Orgelklang, ohne ihn künstlich zurückzunehmen, in den musikalischen Fluß des Werkes organisch zu integrieren und das interessante Werk – spätromantisch mit leicht impressionistischem Einschlag – optimal zu verwirklichen. Die 1926 komponierte Symphonie Concertante wird ergänzt durch das reine Orchesterwerk Passacaglie et Gigue und die einsätzige Sonata Eroica für Orgel solo, beide 1930 entstanden. Besonders dieses Solowerk ist eine willkommene Erweiterung der Kenntnis über Joseph Jongen, eine abwechslungsreiche und klangschöne Komposition, die zwischen barockem Nachklang und Vorahnung moderner Orgelkunst eine eigenständige Brücke bildet.

Dr. Hartmut Lück [19.09.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Jongen Symphonie concertante op. 81 00:33:21
5 Passacaglia et Gigue op. 90 00:17:23
7 Sonata eroica op. 94 00:17:14

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Christian Schmitt Orgel
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern Orchester
Martin Haselböck Dirigent
 
777 593-2;0761203759323

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