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CD-Besprechung

Regina Coeli

A-cappella-Musik aus der Basilika Alte Kapelle in Regensburg

TYXart TXA15058

1 CD • 69min • 2000, 1998

24.05.2016

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Regensburg, und hier besonders die Stiftskirche Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle mit den Stiftskanonikern Carl Proske, Johann Georg Mettenleiter und Michael Haller, war im 19. Jahrhundert ein Zentrum des Cäcilianismus: Diese kirchenmusikalische Bewegung stellte eine romantisch geprägte Rückbesinnung auf einen sich an der Kunst der Vokalpolyphonie Palestrinas orientierenden A-cappella-Stil dar. Schließlich verschrieb man sich auch im benachbarten Regensburger Dom wieder der A-cappella-Praxis, und daraus entwickelte sich eine geniun „Regensburger Tradition“ der Vokalpolyphonie.

Josef Kohlhäufl, von 1984 bis 2011 Stiftskapellmeister von Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle und emeritierter Professor für Gregorianik der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, ließ die Regensburger Tradition wieder aufleben. Zu seinem 80. Geburtstag in diesem Jahr erschien diese CD mit Aufnahmen aus den Jahren 1998 und 2000; sie dokumentiert verschiedene Phasen der Palestrina-Rezeption: Es erklingt eine Messe von Palestrinas Schüler Francesco Suriano (1548/49-1621) und Musik von Gregor Aichinger (1564-1628), der in Augsburg unter dem Mäzenatentum der Familie Fugger wirkte. In den auf dieser CD eingesungenen Werken zeigt sich Aichinger als dezidierter Vertreter der vom Trienter Konzil geforderten, an Palestrina orientierten A-cappella-Musik. Mit Motetten und einem Credo ist Michael Haller (1840-1915) vertreten, seit 1867 Kohlhäufls Vorgänger als Stiftskapellmeister der Alten Kapelle. Haller war ein Vertreter des Regensburger Cäcilianismus (s. o.); die Stilreinheit seiner polyphonen Kompositionen haben ihm den Titel Palestrina des 19. Jahrhunderts eingetragen. Mit dem Credo aus seiner Missa sine nomine wird zum Abschluss der CD auch dem Meister Palestrina Tribut gezollt.

Drei Ensembles musizieren dieses vielfältige Programm: Die Regensburger Vokalsolisten interpretieren die Werke aus dem 16. Jahrhundert, die Gruppe ist mit 24 Sängerinnen und Sängern an der oberen Grenze für dieses Repertoire besetzt, doch gelingt dem hochkarätigen Vokalensemble eine gestische Darstellung der perfekt gesetzten polyphonen Musik. Der Regensburger Motettenchor singt Hallers cäcilianische Kompositionen, hier ist der Klang romantischer, und man ist versucht, diese satztechnisch hervorragende, aber auch von schwärmerischer Rückbesinnung geprägte Musik mit der Farbigkeit der Gemälde der Nazarener zu vergleichen, die gelegentlich ihre Farben mit Zuckerwasser anzurühren schienen. Das Credo aus Palestrinas Missa sine nomine wird vom Männerchor ehemaliger Regensburger Domspatzen vorgetragen, hier entfaltet sich bei guter Artikulation ein Chorklang, der eher an die Vorstellungen der Cäcilianer von der Aufführung der Voklapolyphonie des 16. Jahrhunderts anschließt.

Detmar Huchting [24.05.2016]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Francesco Suriano
1Missa Nos autem gloriari oportet 00:18:59
Gregor Aichinger
7Assumpta est Maria 00:00:57
8Alleluia Assumpta est Maria 00:02:00
9Beata viscera 00:01:04
10Confirma hoc Deus 00:01:12
11Factus est repente 00:01:16
12Ave Regina Coelorum 00:01:51
13Regina Coeli 00:01:51
14Missa de Beata Virgine 00:15:34
Michael Haller
20Oculi omnium op. 16 Nr. 1 (Laudes Eucharisticae) 00:01:45
21Sacerdotes Domini op. 16 Nr. 2 00:01:28
22O sacrum convivium op. 16 Nr. 13 00:01:53
23Ego sum panis vivus op. 16 Nr. 14 00:01:21
24Coenantibus op. 16 Nr. 16 00:03:38
25Surrexit pastor bonus op. 2 Nr. 3 (Motettum in Resurrectione Domini) 00:02:18
26Missa undecima op. 24 (Heinrichsmesse) 00:05:09
Giovanni Pierluigi da Palestrina
27Missa sine nomine 00:05:50

Interpreten der Einspielung

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