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CD-Besprechung

Schönberg • Portera

Continuo Records CR113

1 CD • 50min • 2014

28.04.2016

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Es ist immer noch eines der Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts und zeugt von einer heutzutage leider fast vergessenen Kunstform: Arnold Schönbergs Melodram Pierrot Lunaire. Die eigentümliche Verbindung von Sprache und Gesang, zumal in der in diesem Fall von Schönberg verlangten Form mit weitgehend aber nicht exakt fixierten Tonhöhen für die Sprache, stellt eine Kuriosität der Musikgeschichte dar, die in Zeiten von Youtube und Internet obsolet geworden zu sein scheint, aber immer noch Anhänger hat.

Für die Uraufführung sollen 25 Proben notwendig gewesen sein, was einen Eindruck von der Komplexität dieses Werkes zu vermitteln vermag. Von seiner Aktualität und zuweilen schockierenden Expressivität verloren hat Pierrot freilich nichts und das machen die Interpreten dieser CD auch ohne jeden Zweifel deutlich. Ihre Stärken liegen in der unbedingten Hingabe an diese Musik, so dass eine Interpretation entstanden ist, die durchaus unter die Haut geht.

Schönbergs Variante ist hochkomplex und artifiziell, beides kommt in dieser Einspielung schön zum Tragen, vor allem macht aber Anna Clementi als Sprecherin eine gute Figur. Ihr Part ist sicherlich nicht weniger knifflig als jener der Instrumente, zu speziell sind Schönbergs Vorgaben, zu vielschichtig ist die intendierte Mischung aus individueller interpretatorischer Freiheit und vom Komponisten geforderter Präzision.

Doch Clementi bewältigt diesen Spagat gut, schafft eine ebenso expressive wie exaltierte Mischung aus der dem Werk zu Grunde liegenden Lyrik von Albert Giraud und Schönbergs musikalischer Vision. Denn visionären Charakter hatte das Werk seinerzeit ganz gewiss, nicht nur durch seine atonale, noch nicht der Zwölftönigkeit verpflichtete Struktur. Auch die Musiker des Ensemble Bios bewältigen ihren Part mit großem klanglichen Raffinement und virtuoser Brillanz. Allein bei der Aufnahmetechnik, die manche Instrumente sehr weit in den Hintergrund rückt und den räumlichen Eindruck verfälscht, muss man deutliche Abstriche machen.

Auch die ebenfalls auf dieser CD zu hörende Red Musik von Andrea Portera hinterlässt einen eher zwiespältigen Eindruck. Gegenüber Schönbergs Pierrot wirkt sie als Mischung aus Filmmusik und postmodernem Expressionismus. Sie hat sicherlich ihre Qualitäten, nur gereicht ihr die direkte Konfrontation mit Schönberg nicht unbedingt zum Vorteil.

Guido Krawinkel [28.04.2016]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Arnold Schönberg
1Pierrot Lunaire op. 21 00:37:18
Andrea Portera
22Red Music 00:12:21

Interpreten der Einspielung

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