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CD-Besprechung

Max Reger

Violin Concerto op. 101

Max Reger

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 14.04.16

Capriccio C5137

1 CD • 57min • 2010

Max Regers Violinkonzert op. 101 von 1907/08 hat es bis heute nicht vermocht, auf den Konzertpodien Fuß zu fassen, geschweige denn die Gunst des Publikums zu gewinnen. Das liegt vermutlich weniger an den enormen gestalterischen Herausforderungen, mit denen der Solopart aufwartet und Manchen vielleicht auch erschreckt; es ist die unglaublich ausladend dimensionierte Musik selbst, deren epischer formaler Prozess ein Mitverfolgen kaum möglich macht. Wie dicht diese Musik gearbeitet ist und wie spannend sich der formale Prozess dann doch erweist, zeigt nun die Bearbeitung dieses Konzert-Kolosses für Kammerensemble durch den Schönberg-Schüler und -Schwager Rudolf Kolisch; der österreichische Komponist hatte diese im Auftrag Arnold Schönbergs für dessen „Verein für musikalische Privataufführungen“ angefertigt – ein Verein, der sich neben Gustav Mahler besonders für Max Reger einsetzte.

Auch wenn das Konzert in dieser Bearbeitung immer noch überladen erscheinen mag, so tritt hier Regers immenser kompositorischer Ideenreichtum deutlicher hervor, als in der Originalversion; so werden beispielsweise die vertrackten Stimmführungen trotz ständiger Modulationen ein wenig verständlicher. Zudem lässt sich meiner Meinung nach erst in dieser Einrichtung für Kammerensemble wirklich nachvollziehen, wie organisch die Solostimme in den Orchestersatz eingebettet ist, was natürlich auch dem klanglich und dynamisch hoch differenzierten Spiel des – überhaupt in allen Belangen – absolut souverän agierenden Linos Ensemble zu verdanken ist. Dazu gesellt sich mit Winfried Rademacher ein überlegener Solist, dem die Strapazen seines Parts zu keiner Zeit anzumerken sind. Seine tiefenscharfe und überaus klug phrasierende Reger-Deutung zeichnet eine große innere Ruhe aus, die selbst der großen Kadenz des Kopfsatzes ihren Stempel aufdrückt. Und die mitverantwortlich für eine tatsächlich besondere Lesart ist: eine Lesart, die insgesamt eine erstaunliche und so von mir noch nicht gehörte Leichtigkeit verströmt.

Christof Jetzschke [14.04.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Reger Violinkonzert A-Dur op. 101 (bearb. für Kammerensemble: Rudolf Kolisch) 00:57:22

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Winfried Rademacher Violine
Linos Ensemble Kammerensemble
 
C5137;0845221051376

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