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CD-Besprechung

W.A. Mozart Klavierwerke

Gramola 99030

1 CD • 62min • 2014

09.04.2015

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Sämtliche bisher erschienenen Veröffentlichungen Ingrid Marsoners – Schubert-Sonaten, Bachs Goldberg-Variationen, Beethoven- und Hummel-Klavierkonzerte sowie Sonaten von Rick LaSalle – sind ein beredtes Zeugnis von einer großen Demut, die die österreichische Pianistin den jeweiligen Werken, ihrer Atmosphäre und ihrem Gehalt entgegenbringt. Nun also Mozart. Und einmal mehr ist es Ingrid Marsoners unprätentiöse Natürlichkeit gepaart mit einer wohl dosierten Eindringlichkeit, die von Beginn an in ihren Bann zieht und in zwei Sonaten, welche auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, doch manch Gemeinsames aufdeckt: in der A-Dur-Sonate KV 331 und der Sonate c-Moll KV 457 samt der vorangestellten, so kontrastreichen, ungebändigt wirkenden und doch so formvollendeten c-Moll-Fantasie KV 475. Die Interpretin verschwindet ganz hinter der Musik, ist das Medium, durch das Mozart selbst in absoluter Klarheit zu sprechen scheint. Doch trotz dieses Sich-Zurücknehmens trägt ihre Mozart-Sicht den Stempel des unverkennbar Persönlichen. Tiefe musikalische Einsicht und ein außerordentliches Mozart-Verständnis sprechen aus der geistvollen Kunst der Pianistin, wenn im vermeintlich „Leichten“, im Variationssatz und Menuetto der A-Dur-Sonate Ernsthaftes und Dramatisches durchscheinen, wenn im Schmerzvollen und Aufbegehren der Fantasie-Sonate c-Moll Anmutiges und Verspieltes hörbar werden – und wenn man als Hörer diesen beiden Sonaten beinahe wie zum ersten Mal begegnet.

Vielleicht lässt sich Ingrid Marsoners Mozart am besten als ein Miteinander von poetischer Konzentration und geschliffener Rhetorik bezeichnen, was sich gerade in ihrem überlegten wie überlegenen, vor allem rhythmisch präzisen Spiel mit Gegensätzen, mit Licht und Schatten offenbart. Welch famoses Fingerspitzengefühl und bezwingende Phrasierungskunst die Pianistin ihr eigen nennt, zeigen schließlich die Variationen G-Dur KV 180 über die Arie „Mio caro Adone“ aus der Oper La fiera Venezia von Antonio Salieri. Fazit: Ein Mozart, der lange, sehr lange nachklingen wird.

Christof Jetzschke [09.04.2015]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Wolfgang Amadeus Mozart
1Klaviersonate Nr. 11 A-Dur KV 331 KV 300i (Alla Turca) 00:22:29
4Fantasie c-Moll KV 475 für Klavier 00:12:30
5Klaviersonate Nr. 14 c-Moll KV 457 00:18:27
8Sechs Variationen über Mio caro Adone G-Dur KV 180 00:08:35

Interpreten der Einspielung

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