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CD-Besprechung

Hans Pfitzner Paraphrasen zu seinen Opern

Thorofon CTH2620

1 CD • 76min • 2014

22.04.2015

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

„Hans Pfitzner – Paraphrasen zu seinen Opern“ ist diese Thorofon-Initiative mit dem aus Frankfurt an der Oder stammenden Pianisten Ulrich Urban überschrieben. Und es lohnt sich, ehe man die Starttaste am jeweils gewählten Abspielgerät betätigt, den Aufsatz "Verklungene Musik - die versunkene Welt der Potpourris" von Hans Rectanus sowie die aufschlussreiche Einführung von Peter P. Pachl im Begleitheft zu lesen. Denn dort wird schon im ersten Absatz jede Art der Fehlinterpretation vermieden, was den Begriff der Opernparaphrase etwa in den künstlerisch-virtuosen Umfeldern von Autoren wie Liszt, Thalberg, Czerny, Kalbrenner oder Herz betrifft. Bei der vorliegenden Einspielung handelt es sich um Werkauszüge aus fünf Pfitzner-Opern, die man von der dramaturgischen Anlage her als „Paraphrasierungen des dramatischen Gesamtgehalts“ bezeichnen könnte, in der handwerklich-musikalischen Anlage aber eher der Sparte „Klavierauszug“ zuzuordnen wären. Und dies durchaus auf hohem transkriptorischen Niveau, denn die Herren Hermann Büchel, Wilhelm Lehnert, Rudolf Siegel, Felix Wolfes und Otto Singer verstanden ihre Arbeit im Sinne einer Verbreitung der betreffenden Werke. Und zugleich auch in Richtung musikantischer Machbarkeit am häuslichen Instrument bis hin zum Gebrauch im vorbereitenden Opernalltag, selbst wenn die Pfitznerschen Opern bis auf das bedeutende Palestrina-Unternehmen kaum noch mit den Repertoireplänen der Opernhäuser weltweit in Verbindung gebracht werden können.

Jedem, der zu diesen Opern-Konstrukten zwischen „Liebesgarten“, „Herz“ und „Heinrich-Armut“ bereits einen Zugang hat oder seine „Palestrina“-Verehrung durch Kenntnis auch anderer Werke untermauern möchte, dem sei diese Publikation empfohlen. Es sei aber nicht verheimlicht, dass Ulrich Urban seine zweifellos anspruchsvollen Lese- und Übermittlungsaufgaben nicht als Meister der pianistischen Feinstufigkeit, sondern als ein verantwortungsvoll studierter Korrepetitor leistet. Immerhin ist dem Booklet zu entnehmen, dass vier der fünf Opernauszüge an einem Tag, nämlich am 30. August 2014, eingespielt wurden. Das verlangt und verrät Routine, lässt aber auch keinen Zweifel am etwas eingeengten künstlerischen Betriebsklima, zumal die Thorofon-Aufnahmeregie wie zumeist zu einer eher trockenen, zumindest schmucklosen Klangästhetik neigt.

Zum hörenden Verständnis trägt im Begleitheft die bis ins kleinste musikalische Detail aufgefächerte Titelei bei. Mit Hilfe untergeordneter Track-Angaben ist es somit möglich, in einer Szenenzusammenfassung auch den Einsatz der jeweils agierenden Personen zu verfolgen. Unter diesen hör-philologisch willkommenen Bedingungen, stößt der Leser auch auf die eine oder andere skurril bis muskulöse Überschrift wie etwa „Mit donnernden Hufe, Trompetengeschmetter“, „Hier dürfen die Minnebeglückten wallen“ oder „Der Tannengreis, der ist klug und alt“.

Peter Cossé † [22.04.2015]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Hans Pfitzner
1Der arme Heinrich (Musikdrama in drei Akten) 00:13:05
5Die Rose vom Liebesgarten 00:30:51
11Das Christelflein op. 20 (Spieloper in zwei Akten) 00:09:48
14Palestrina 00:17:09
19Das Herz op. 39 00:05:19

Interpreten der Einspielung

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