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CD-Besprechung

Luz de Iberia

Luz de Iberia

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 09.03.15

Klassik Heute
Empfehlung

Classicclips CLCL 125

1 CD • 62min • 2013

Ein Zitat aus dem Booklet-Text soll am Anfang dieser Rezension der CD "Luz de Iberia"mit dem Gitarren-Duo Joncol stehen: „Britta Schmitt und Carles Guisado bekennen sich klar zu Musik, die neben einer starken Rhythmik eine ausgeprägte Kantabilität auszeichnet; iberische Musik vereint diese.“ Das trifft zu auf Musik der nationalen klassischen Tradition eines Isaac Albeniz, der hier mit Capricho Catalan und El Puerto vertreten ist, mit zwei Klavierstücken, die das Duo Joncol mit seiner Bearbeitung für zwei Gitarren in eine fast schon orchestrale Farbigkeit taucht, oder auf Joaquin Rodrigos Tonadilla, einem originellen Schlagabtausch zweier sich motivisch imitierender Gitarrenparts innerhalb lyrischer und tänzerischer Szenen. Das gilt jedoch in gleichem Maße für die zeitgenössischen Werke dieser Einspielung – für ihr Spiel mit der Tradition, der Moderne und dem Flamenco. Das anfängliche Zitat gibt aber auch einen Hinweis auf die Kunst der beiden international preisgekrönten Interpreten. Denn ihre Liebe zu gleichberechtigt einhergehender Rhythmik und Kantabilität manifestiert sich in einem detailreich ausgehorchten und höchst klangsensiblen Dialog, welcher den Hörer während der gesamten 61 Minuten dieses klug zusammengestellten Programms förmlich anspringt.

Drei der insgesamt fünf zeitgenössischen Kompositionen sind dem seit 2008 zusammenspielenden Duo Joncol gewidmet und liegen hier als Ersteinspielung vor. Zwei davon möchte ich besonders erwähnen: die Tretze Bonsais per a dues guitarres von Feliu Gasull (* 1959) und ein Werk des 1978 geborenen Carles Guisado selbst, Una Luz del Norte, inspiriert von seiner Gitarrenpartnerin, dem Nordlicht Britta Schmitt. Letzteres ist stark vom Flamenco beeinflusst, lässt aber die Sprache des klassisch spanischen Repertoires genauso wenig außer Acht, wie das Spiel mit offenen Harmonien. In immer wieder neu anhebenden Spannungskurven wechseln sich eingängige lyrische und temperamentvolle Passagen miteinander ab, denen die ungemein hellhörige und sehr improvisatorisch wirkende Percussion-Arbeit Kurt Fuhrmanns eine enorme Intensität verleiht. Eher schwer zugänglich sind die 13 Bonsais Feliu Gasulls. In diesen stellenweise hoch virtuosen Miniaturen finden sich kaum Orientierungspunkte. Es handelt sich um Momentaufnahmen, in denen unterschiedliche Spieltechniken miteinander verwoben, um kurze Ideen, die kaum Entwicklungen unterworfen werden, voller dissonanter Intervalle und unterschiedlicher Taktarten, die jegliches Zeitgefühl außer Kraft setzen, aber um eine Tonsprache, die bei noch so minutiöser Detailarbeit völlig frisch und überraschend daherkommt. Voraussetzung hierfür sind natürlich Interpreten, die neben absoluter Präzision eben auch Gefühlstiefe, Feuer und einen gewissen emotionalen Gleichklang mitbringen. Britta Schmitt und Carles Guisado lassen diesbezüglich keine Wünsche offen, ihre Kunst ist einfach in jeglicher Hinsicht über alle Zweifel erhaben.

Christof Jetzschke [09.03.2015]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Rodrigo Tonadilla 00:12:05
4 F. Gasull Tretze Bonsais per a dues guitarres 00:13:03
17 C. Guisado Moreno Una Luz del Norte 00:09:00
18 C.M. Eroles El Jardín de las perlas colgantes 00:07:01
19 F. Gasull El Peixet de Bloomington 00:07:45
20 I. Albéniz Capricho Catalán 00:02:53
21 El puerto 00:04:24
22 C. Domínguez Alma du mujer 00:05:42

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Duo Joncol Gitarrenduo
 
CLCL 125;4260113461259

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