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CD-Besprechung

Szymanowski · Stravinsky

Szymanowski · Stravinsky

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 12.02.15

Klassik Heute
Empfehlung

Aparté AP095

1 CD • 72min • 2014

Zwar haben die Violin-Klavier-Werke von Igor Strawinsky und Karol Szymanowski, die auf dieser CD versammelt sind, einiges gemeinsam: sie sind in den ersten Dezennien des 20. Jahrhunderts komponiert worden, sie greifen teilweise auf fremdes Material zurück und sind in enger Zusammenarbeit mit befreundeten Geigern entstanden – mit Samuel Dushkin bei Strawinsky, mit Pawel Kochanski bei Szymanowski. Stilistisch allerdings gehören sie verschiedenen Welten an. Trotzdem sucht die 29jährige französische Geigerin Solenne Païdassi das Verbindende, das sie in ihrem einfühlsamen Einführungstext (leider nur französisch und englisch) unter den Titel „Metamorphose und Illusion“ fasst. All dem übergeordnet möchte ich „Sinnlichkeit“ nennen: es ist Musik voller Sensualität, es sind gewissermassen Bilder zum Hören. Genau solche Vorstellungen haben die – vom gleichgestimmten Pianisten Frédéric Vaysse-Knitter nicht nur unterstützte, sondern wohl sogar angetriebene – Geigerin inspiriert und fasziniert. In der Tat gelingt es ihr, die erotischen Lockrufe (wie ich sie einmal nennen möchte) packend über die imaginäre CD-Rampe zu bringen.

In den entsprechenden Stücken von Strawinsky wird der Neoklassizismus ganz wörtlich verstanden: die beiden Ballette Pulcinella und Le baiser de la fée verwenden als direkte Zitate oder in sanfter Anverwandlung tönende Vorlagen von Pergolesi und Tschaikowsky – und diese sind natürlich ebenfalls in die kammermusikalisch reduzierten Fragmente der Suite Italienne und des Divertimento eingeflossen. Mit prononcierter Tongebung und diskreter Akzentuierung der tänzerischen Ursprünge geht Solenne Païdassi diesen geistreichen und gelegentlich sogar ironischen Verbeugungen nach. Gewissermaßen eine tollkühne Variante dazu bilden Szymanowskis Drei Paganini-Capricen, deren Umarbeitung (die aus mehr als bloss einer zugefügten Klavierstimme besteht) derart exzessiv ausfällt, dass der polnische Komponist seine Kreation gar mit einer eigenen Opuszahl (40) versehen durfte.

Vielleicht am schönsten indessen kann die Geigerin ihren farbenreichen Ton in jenem Werk entfalten, welches das prononcierte Zentrum der Edition ist: in den Mythen von Karol Szymanowski. Hier bewegt sich der polnische Komponist auf der Spur des französischen Impressionismus und lässt zugleich seine Liebe zu östlicher Exotik durchschimmern: drei Liebesbegegnungen aus der griechischen Antike werden beschworen, vom sich selbst bespiegelnden Narcissus bis zu Pan auf der Jagd nach den Nymphen. Païdassi schwärmt (im Begleittext) von der „merveilleuse poésie“ dieser Musik und sie versteht solch poetischen Zauber auch zu vermitteln – im Reichtum der Nüancen wie in vielfältig schillerndem Kolorit. Es sind verführerische Farbenspiele, ein stetiges Flimmern und Betören.

Mario Gerteis † [12.02.2015]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 I. Strawinsky Divertimento (Le Baiser de la fée) für Violine und Klavier 00:20:21
7 Suite italienne 00:17:00
14 K. Szymanowski Mythen - Drei Dichtungen op. 30 für Violine und Klavier 00:20:30
17 Trois caprices de Paganini op. 40 00:14:24

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Solenne Païdassi Violine
Frédéric Vaysse-Knitter Klavier
 
AP095;3149028050820

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