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CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

Richard Strauss Anna Netrebko

DG 479 3964

1 CD • 68min • 2014

08.12.2014

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Dieser Mitschnitt eines Konzerts in der Berliner Philharmonie vom August vergangenen Jahres ist nicht nur ein weiterer diskographischer Beitrag zum Strauss-Jubiläum, sondern erhält zusätzliche Relevanz durch die Mitteilung, dass die russische Diva Anna Netrebko, die seit einiger Zeit dabei ist, sich das italienische dramatische Fach anzueignen, demnächst in Bayreuth die Elsa im Lohengrin singen soll. Ist ihre Stimme auch für das deutsche Repertoire geeignet? Die Vier letzten Lieder sind seit der Uraufführung durch Kirsten Flagstad und Wilhelm Furtwängler (1950) ein Prüfstein für alle Sopranistinnen des lyrisch-dramatischen Zwischenfachs und die Aufnahmen davon sind Legion. Und wenn auch Elisabeth Schwarzkopf und Lisa della Casa zu den Referenzen gehören, so ist doch die Liste der Sängerinnen sehr lang, die nicht aus dem deutschen Sprachraum stammen: Leontyne Price, Jessye Norman, Kiri te Kanawa, Julia Varady, Anna Tomowa-Sintow, Renée Fleming und und und.

Anna Netrebko hat sich offenbar gründlich mit der Diktion der deutschen Sprache auseinandergesetzt. Phonetisch ist da nicht viel auszusetzen, der russische Akzent erträglich. Stimmlich kann sie mit blühenden, Strauss-gerechten Höhen auftrumpfen, die auf einer satten und sinnlichen Tiefe aufbauen. Wenig elegant sind die Übergänge zwischen den Lagen, auch in der Phrasierung könnten noch einige Nuancen dazu wachsen. Zu einer unverwechselbaren eigenständigen Interpretation reicht das hier Vorgeführte noch nicht aus. Man kann der russischen Sopranistin jedoch den Respekt vor dieser Annäherung an ein fremdes Idiom nicht versagen und wird die bange Frage, ob sie wohl auch Strauss (und demnächst Wagner) singen kann, mit einem vorsichtigen Ja beantworten. Die Veröffentlichung dieses ersten Versuchs war indes angesichts der übergroßen Konkurrenz auf dem Markt nicht wirklich notwendig.

Ebenso wenig wie die der folgenden Aufnahme der sinfonischen Dichtung Ein Heldenleben. Der junge Strauss hat sich hier etwas größenwahnsinnig ein klingendes Denkmal gesetzt, das für die Spitzenorchester natürlich ein gefundenes Fressen ist. Und Daniel Barenboim, der mit „seiner“ Staatskapelle Berlin der Sängerin ein behutsamer Begleiter war, darf hier richtig in die Vollen gehen. Erfreulich, dass er auch im gelegentlich tumultuösen vierten Satz („Des Helden Walstatt“) nicht ins Martialische abdriftet. Und die von Wolfram Brandl sensibel gespielten Violin-Soli können auch die Verächter dieser klingenden Nabelschau versöhnen.

Ekkehard Pluta [08.12.2014]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Strauss
1Vier letzte Lieder op. 150 für Sopran und Orchester (nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff) 00:21:55
5Ein Heldenleben op. 40 (Sinfonische Dichtung) 00:46:22

Interpreten der Einspielung

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