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CD-Besprechung

C. Debussy

BIS 1 CD 1837

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 01.12.14

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BIS 1837

1 CD • 77min • 2013, 2009, 2004

Vor einigen Jahren erschien beim Label BIS eine SACD mit dem Titel „Seascapes“, auf der das Singapore Symphony Orchestra unter der Leitung seines Chefdirigenten Lan Shui diverse Orchesterwerke zum Thema „Meer“ interpretiert. Teil dieses Programms ist natürlich Debussys La Mer, und die Interpretation dieses Werks rief – aufgrund des bei uns damals noch geringen Bekanntheitsgrads von Dirigent und Orchester vielleicht überraschenderweise – allgemein große Begeisterung hervor, nicht zuletzt beim Schreiber dieser Zeilen. Wer die Einspielung lieber im Rahmen eines reinen Debussy-Programms rezipiert hätte, darf sich jetzt freuen: Lan Shuis La Mer liegt nun erneut vor – gekoppelt mit Debussys Images und dem Prélude à l′après-midi d′un faune.

Die mannigfachen Stärken der La Mer-Interpretation sind, zumindest zum allergrößten Teil, auch in den anderen Werken anzutreffen. Da ist zum einen die Liebe des Dirigenten zum Detail: Der Orchesterklang ist, unterstützt durch eine phänomenale Klangtechnik, in dreidimensionaler Schärfe abgebildet; man hört viele wertvolle Einzelheiten, die gemeinhin kaum zu vernehmen sind – beispielsweise die delikaten Streicher-Glissandi im zweiten Satz der Iberia. Nichtsdestoweniger geht diese Detailschärfe niemals auf Kosten des Gesamtbildes. Dann ist die exzeptionelle Qualität der einzelnen Instrumentengruppen hervorzuheben: Das Orchester aus Singapur gehört mittlerweile zweifelsohne zur Weltklasse.

Doch noch stärker als diese Punkte fällt ins Gewicht, dass Shui die Klangwelt Debussys auf eine Weise zum Leben erweckt, die ihre wohl stärkste Eigenart auf selten gehörte Art und Weise realisiert: Freiheit! Die Musik erschafft sich ihre eigene Form beim Erklingen, manifestiert sich quasi improvisatorisch und wirkt paradoxerweise dabei doch so, als sei die resultierende Architektur gar nicht anders möglich. Es ist Lan Shui sehr hoch anzurechnen, dass er Debussys Kompositionen von der Diktatur des Taktstrichs befreit und ihnen als Interpret folgt, statt ihren Verlauf zu bestimmen.

Lediglich ganz gelegentlich geht er im Bestreben, die Werke von allem Anekdotischen und Illustrativen zu befreien, einen kleinen Schritt zu weit: Den Schlusssatz der Iberia, „Le matin d′un jour de fête“ hat man schon mitreißender gehört. Debussys Humor, die gutgelaunte, gelegentlich auch ironische Groteske, von der das Stück geprägt ist, kommt unter Lan Shuis Händen etwas zu kurz. Aber ansonsten: großes Kompliment. Wie wäre es als Nachfolge-Einspielung mit Jeux und den Nocturnes?

Thomas Schulz [01.12.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Debussy Images - Drei sinfonische Dichtungen für Orchester 00:38:36
6 Prélude à l'après-midi d'un faune für Orchester (Nach einem Gedicht von Stéphane Mallarmé, 1892/1894) 00:11:23
7 La Mer, trois esquisses symphoniques (drei sinfonische Skizzen für Orchester) 00:25:50

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Singapore Symphony Orchestra Orchester
Lan Shui Dirigent
 
1837;7318599918372

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