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CD-Besprechung

Franz Schubert Winterreise D 911

Franz Schubert<br />Winterreise D 911

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Besprechung: 29.10.14

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Thorofon CTH2615

1 CD • 68min • 2013

Die einen werden sagen: schrecklich, nicht anzuhören! Die anderen: interessant, Schubert in neuer musikalischer Lesart, ein Gewinn. Als kritischer Beurteiler hat man sich bekanntlich zwischen die „einen“ und die „anderen“ einzureihen, daher: Respekt vor dem Falsett-Sänger Zvi Emanuel-Marial, für den im Reich der Alten Musik sicher schöne Aufgaben vorhanden sind. Seine Altus-Stimme ist gut gebildet, wird musikalisch rein geführt, die Aussprache ist für einen Nicht-Deutschen anerkennenswert deutlich, wenngleich einzelne Vokale in untypischer Färbung erklingen, so etwa das deutsche e mit seinen unzähligen Facetten. Die helle Aussprache des Wortes „Herz“ ist dafür typisch.

Respekt auch für den Pianisten Philip Mayers, der das Schroffe wie auch das Zärtliche, das Melancholische dieses Liederkreises mit gutem Griff hervorhebt.

Und nun die Frage: darf er, soll er? Natürlich darf er! Doch ob er soll, ist zu bezweifeln. Zvi Emanuel-Marial ist nicht der erste, der Schubert-Lieder im Diskant singt. Auch Jochen Kowalsky hat das getan, mit seiner natürlichen „Kinderstimme“. Doch hier handelt es sich um anderes, nämlich um ein Kunstprodukt, um eine zum Countertenor umgeschulte Männerstimme. Einen leidenschaftlichen Ausdruck kann ein Organ von dieser speziellen Struktur nicht hergeben. Resultat: alle Töne erklingen richtig, alle Worte werden gesungen – doch wie soll dieses gleichsam sterilisierte Organ den Gemütsausdruck, die Verzagtheit, die Verzweiflung, aber auch das grimmige Aufbegehren einer verwundeten Psyche versinnbildlichen?

Eine Winterreise ist stets eine ziemlich kalte Angelegenheit. In dieser Version herrschen sibirische Temperaturen. Gesungene Eiszapfen. Zuletzt noch etwas Gutes: Selbst ein verzwergter Schubert – bleibt Schubert.

Clemens Höslinger [29.10.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Gute Nacht op. 89 Nr. 1 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:05:23
2 Die Wetterfahne op. 89 Nr. 2 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:01:47
3 Gefrorne Tränen op. 89 Nr. 3 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:02:23
4 Erstarrung op. 89 Nr. 4 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:02:53
5 Der Lindenbaum op. 89 Nr. 5 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:04:08
6 Wasserflut op. 89 Nr. 6 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:03:37
7 Auf dem Flusse op. 89 Nr. 7 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:03:26
8 Rückblick op. 89 Nr. 8 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:02:18
9 Irrlicht op. 89 Nr. 9 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:02:25
10 Rast op. 89 Nr. 10 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:03:02
11 Frühlingstraum op. 89 Nr. 11 D 911Nr. 11 (aus: Die Winterreise) 00:03:45
12 Einsamkeit op. 89 Nr. 12 D 911 Nr. 12 (aus: Die Winterreise) 00:02:34
13 Die Post op. 89 Nr. 13 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:02:20
14 Der greise Kopf op. 89 Nr. 14 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:03:02
15 Die Krähe op. 89 Nr. 15 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:01:45
16 Letzte Hoffnung op. 89 Nr. 16 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:02:00
17 Im Dorfe op. 89 Nr. 17 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:03:05
18 Der stürmische Morgen op. 89 Nr. 18 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:00:54
19 Täuschung op. 89 Nr. 19 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:01:25
20 Der Wegweiser op. 89 Nr. 20 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:03:43
21 Das Wirtshaus op. 89 Nr. 21 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:03:50
22 Mut op. 89 Nr. 22 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:01:24
23 Die Nebensonnen op. 89 Nr. 23 D 911 (aus: Die Winterreise) 00:02:33
24 Der Leiermann op. 89 Nr. 24 D 911 Nr. 24 (aus: Die Winterreise) 00:03:41

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Zvi Emanuel-Marial Altus
Philip Mayers Klavier
 
CTH2615;4003913126153

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