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CD-Besprechung

Franz Schubert
Piano Works Vol. 12

Franz Schubert<br />Piano Works Vol. 12

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 25.08.14

hänssler CLASSIC 98.618

1 CD • 66min • 2009

Der heute 61jährige Pianist Gerhard Oppitz ist ein Mann des breiten Repertoires und der Werk-Totalen. Nach Mozart, Beethoven und vor allem Brahms nun also Franz Schubert. Der einschlägige CD-Zyklus ist inzwischen bis zur zwölften Edition gediehen. Allerdings sind die Aufnahmen dieser aktuellen Veröffentlichung bereits vor fünf Jahren entstanden. Interessant ist dabei nicht zuletzt die Kombination: einem reifen Meisterwerk wie der Gasteiner Sonate (D-Dur D 850) stehen kleinere Genrestücke und hier zumal die zwölf Valses nobles D 969 gegenüber. Dabei will Oppitz keineswegs das eine gegen das andere ausspielen: ob große Allüre, ob Miniatur – der Interpret unterschiedet vielleicht den Anspruch, nicht aber den gestalterischen Zugriff.

Die Sonate D 850 ist die wohl längste aller Schubertschen Klaviersonaten – Oppitz unterstreicht das durch eher gemäßigte, ja leicht abgebremste Tempi. Er braucht über 45 Minuten, während etwa Artur Schnabel oder Alfred Brendel (um zwei ausgewiesene Schubert-Koryphäen heranzuziehen) rund sieben Minuten weniger in Anspruch nehmen. Dennoch wirkt Oppitz’ Schubert-Darstellung keineswegs verzärtelt oder gar sentimentalisiert; sie pflegt einen natürlichen Fluß, wobei das „con moto“ im langsamen zweiten Satz gewiß nicht strapaziert wird. Dazu paßt auch die Auslegung des Rondo-Finales, das gerade ehrgeizigen Interpreten oft Kopfschmerzen bereitet (Robert Schumann, der sonst diese Sonate über alles schätzte, fand sie bloß „possierlich“). Oppitz zeigt die Liebenswürdigkeit dieser Töne ohne Verstellung, ja mit einer gewißen Gelassenheit, sozusagen poetische Naivität auf höherer Ebene.

Das ist ein Tonfall, den der Interpret auch in die zwölf je etwa einminütigen Valses nobles D 969 übernimmt. Sie gehören als „Spätlinge“ zu Schuberts ausufernder Gesellschaftsmusik, entstanden 1827, knapp ein Jahr vor dem Tod des Komponisten. Dass selbst diese Preziosen auf einem markanten Steinway-Flügel interpretiert werden, verleiht ihnen fast zuviel Gewicht. Dadurch wird ihr lockerer Charme – sie sind wohl aus Improvisationen bei den legendären Schubertiaden herausgewachsen – bis zu einem gewißen Grad überspielt und mit einer tieferen Dimension versehen: Tanzmusik als liebevoll ausgefeilte Charakterstücke.

Mario Gerteis † [25.08.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Klaviersonate Nr. 17 D-Dur op. 53 D 850 (Gasteiner Sonate) 00:45:14
5 Rondo E-Dur D 506 (1817) 00:07:37
6 12 Walzer op. 77 D 969 (Valses nobles) 00:12:50

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gerhard Oppitz Klavier
 
98.618;4010276023654

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