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CD-Besprechung

Shostakovich
Cello Concertos

Shostakovich<br />Cello Concertos

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Besprechung: 09.05.14

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Ondine ODE 1218-2

1 CD • 65min • 2013

Schon damals, als Virgin Classics die konzertante Symphonie op. 125 von Sergej Prokofieff und das Cellokonzert von Nikolai Mjaskowskij mit Truls Mørk und dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Paavo Järvi herausbrachte, hatte ich den Eindruck, dass zumindest dem Solisten der direkte Draht zur russischen Seele fehlte. Da jedoch beide genannten Werke nicht zu meinen unbedingten Lieblingen gehören, kommentierte ich die Aufnahme seinerzeit mit einem Schulterzucken, sie verschwand an der gehörigen Stelle des Archivs. Was ich allerdings jetzt tun soll, wo es sich um zwei meiner erklärten Lieblinge der Celloliteratur und zudem um einen Komponisten handelt, dem ich seit Jahrzehnten (trotz seines “Liedes von den Wäldern” und anderer Kalamitäten) größte Hochachtung und Zuneigung entgegenbringe – das weiß ich selbst in dem Moment, da ich diese Zeilen zu Monitor bringe, noch nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Auch nach heißestem Bemühen, irgendwas an den beiden Einspielungen zu finden, das mit einigem guten Willen auf eine „Deutung” hindeutete, kam ich immer wieder zu demselben Resultat: dass es sich nur um eine jener Fabrikationen handeln könne, die man gemacht hat, weil andere sie auch schon gemacht haben. Ohne eingehendere Gedanken an die Substanz der Stücke zu ver(sch)wenden, verläßt sich das hier versammelte Team auf eine einzige Gangart – und die heißt „Aggression um jeden Preis”. Humoristische Wendungen etwa, von denen es einige gallige Spielarten sogar im düsteren Opus 126 gibt, suchen wir ebenso vergeblich wie auch den kleinsten Hauch jenes beseelten Spiels, das die Kantilenen im Mittelsatz des ersten Konzertes und die bewußten Sentimentalitäten des Zweiten zu ganz unwiderstehlichen, selbst in ihrer Ironie noch ergreifenden „Stellen” macht. Es dominieren Leere und Zufälligkeit, die durch das seltsam stumpfe Klangbild nur noch schauriger hervortreten, und wo am Ende das Cello nach dem geisterhaften Schlagzeuggeklapper erleichtert und erschöpft sein letztes „Genug!” herauspressen sollte, da brummelt der Ton hier so beiläufig ins Nichts, dass nicht einmal der Schein einer Ankunft gewahrt ist. Also im Glauben an die beiden Werke erschüttert, blieb mir nur der Griff zu einem schnellwirkenden Antidot – zu der bald zwanzig Jahre alten Naxos-Produktion mit der damals in Hochform spielenden Maria Kliegel und dem Polnischen Rundfunk-Symphonieorchester Kattowitz unter Antoni Wit, und nach wenigen Tönen war der Zweifel verflogen: Es sind eben doch zwei großartige, geradezu spektakuläre Stücke, die man nicht nur einspielen sollte, weil andere sie auch haben ...

Rasmus van Rijn [09.05.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Schostakowitsch Konzert Nr. 1 Es-Dur op. 107 für Violoncello und Orchester 00:28:45
5 Violoncellokonzert Nr. 2 G-Dur op. 126 00:36:10

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Truls Mørk Violoncello
Oslo Philharmonic Orchestra Orchester
Vasily Petrenko Dirigent
 
ODE 1218-2;0761195121825

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